Mit 73 Jahren zum gefeierten Jungakademiker
Von Claudia Funder
Lienz – Es sind ganz besondere Situationen im Leben, die Anlass geben, gleich mehrere Tage zu feiern. Die Promotion des Lienzers Kurt G. Brunner am 12. Juli in Wien war so ein außergewöhnliches Ereignis.
Zwei Tage lang gab es in der Bundeshauptstadt für den Jungakademiker ein umfangreiches Festprogramm, am Samstag feierte der Neo-Mediziner im Lienzer Stadtsaal ein buntes Fest mit zahlreichen Angehörigen, Freunden und treuen Wegbegleitern.
Es ist ein langgehegter Lebenstraum, den sich der rüstige 73-Jährige erfüllt hat. Nun hat er sein Ziel erreicht, das druckfrische Abschluss-Dekret und somit den Doktortitel für Medizin in der Tasche.
Dass auf dem Weg zu der späten Ehre so manches Hindernis zu überwinden war, zeigt ein Blick auf die Biographie Kurt G. Brunners. 1939 geboren, musste er den frühen Verlust des Vaters, der aus dem Krieg nicht nach Hause zurückkehrte, überwinden. Der kleine Kurt musste bald Verantwortung übernehmen, was sein Leben prägte. Tiefe Religiosität trug ihn durchs Leben, ließ ihn schwierige Situationen meistern. Brunner baute ein Unternehmen auf, verlor aber trotz seiner Tätigkeit im Reformhaus „einen Jugendtraum nie aus den Augen“, wie er betont.
Im Alter von 53 Jahren wagte er einen ungewöhnlichen Schritt, holte die Matura nach. Zeit seines Lebens bestand Interesse am Wechselspiel von Körper, Geist und Seele, deshalb war die Inskription an der Medizinischen Universität die logische Folge. Nach wenigen Jahren dann die unerwartete Diagnose: Kurt G. Brunner war schwer erkrankt. „Er überwand sechs der schwersten Krebserkrankungen, obwohl ihm die Ärzte kaum Überlebenschancen gegeben hatten“, erzählt Elisabeth Lobenwein, das Patenkind Brunners. Sie bezeichnete ihn in ihrer berührenden Laudatio als „fleißigen, zielstrebigen Erfolgsmenschen, der nie aufgibt“.
Nach der krankheitsbedingten Pause wurde das Studium wieder aufgenommen und erfolgreich absolviert.
Am Samstag lud Kurt G. Brunner zum fulminanten Abschluss seines Festes in den Lienzer Stadtsaal, wo vom Vormittag bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags gefeiert wurde. Zum Frühschoppen spielte niemand Geringerer als Franz Posch mit seinen Innbrügglern auf.
Besonders stolz war an diesen Tagen natürlich Brunners Gattin Rosa, die vom Medizinstudium ihres Mannes lange Zeit gar nichts wusste: „Ich erfuhr erst in der Endphase davon“, erzählt sie beim Fest schmunzelnd.






