0,5-Promille-Grenze ist für Tiroler Schnapsidee
Von Katharina Zierl
Innsbruck – Ein drittes Bier, das gönn ich mir: ein Motto, das für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren schon bald der Vergangenheit angehören könnte. Zumindest wenn es nach Oberösterreichs Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl geht. Er hat mit seiner Forderung, wonach Jugendlichen ab 0,5 Promille kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden darf, hitzige Diskussionen ausgelöst. Auch in Tirol mussten einige angesichts des angedachten Verbots kräftig schlucken.
Für Tirols Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harasser etwa ist eine Promillegrenze „sicher nicht sinnvoll“. Es sei schlicht „lächerlich“, wenn Wirte in Lokalen die Jugendlichen kontrollieren müssten. „Wichtig wäre vielmehr, dass sich alle Unternehmer an die bestehenden Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes halten. Dann gäbe es keine Probleme“, sagt Harasser. Einerseits wolle man den jungen Menschen mehr Möglichkeiten und Rechte einräumen – „etwa beim Wählen oder beim Führerschein“ – andererseits wolle man sie dann wieder bevormunden. „Wir können den jungen Leuten ruhig etwas mehr zutrauen. Der Großteil ist sehr vernünftig und kennt seine Grenzen“, sagt Tirols Kinder- und Jugendanwältin.
Auch Josef Hackl, Obmann der Tiroler Gastronomie, lehnt eine Promille-Grenze für 16- bis 18-Jährige ab: „Wir haben in Tirol eines der schärfsten Jugendschutzgesetze. Das ist absolut ausreichend.“ Die meisten Jugendlichen seien vernünftig, sagt Hackl. Wenn eine 0,5-Promille-Grenze wirklich eingeführt werde, „würden die Wirte sicherlich Einbußen verzeichnen“, erklärt der Gastronomie-Obmann.
Die zuständige Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf betont ebenfalls, dass die Abgabe von Alkohol an Jugendliche streng geregelt sei: „Es dürfen weder harte Getränke noch Mischgetränke wie Alkopops an 16- bis 18-Jährige ausgeschenkt werden.“
Darüber hinaus verbiete die Gewerbeordnung Wirten, an alkoholisierte Jugendliche Alkohol auszugeben, sagt die Landesrätin. Es gebe also überhaupt keinen Grund, die bestehenden Bestimmungen zu verändern. „Vielmehr setzen wir voll auf Prävention“, sagt Zoller-Frischauf. Auch die Gesellschaft und insbesondere die Eltern sollten in die Pflicht genommen werden: „Erwachsene müssen auch im Umgang mit Alkohol gute Vorbilder sein“, erklärt die Landesrätin.
Andreas Embacher, Obmann der Tiroler Landjugend, erklärt, man müsse die Jugendlichen sensibilisieren und nicht zusätzliche Regelungen schaffen. „Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass das Thema Alkohol durchaus sehr ernst genommen wird. Wenn eine Gruppe gemeinsam auf Festen oder Bällen unterwegs ist, ist immer einer dabei, der fährt und keinen Alkohol trinkt“, sagt Embacher.
Außerdem gehöre es zum Erwachsenwerden einfach dazu, „Verantwortung zu übernehmen. Das sollte man den Jugendlichen einfach zugestehen“, sagt der Landjugend-Obmann.





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