16.07.2012
Imst

Beschützer der Kinder ist jetzt auch Imster Schütz‘

Rund 1500 Schützen des Oberinntaler Regiments trafen sich in Imst. Der ehemalige SOS-Kinderdorf-Präsident erhielt die Ehrenmitgliedschaft.
Die Schützen prägten am Wochenende das Imster Stadtbild – beim Defilieren in der Kramergasse (o. l.), bei der Feldmesse am Sonntag (u. l.) oder bei der Kranzniederlegung (u. r.) am Samstagabend. BM Stefan Weirather, LR Gerhard Reheis, LH Günther Platter und Landesschützenkommandant Fritz Tiefenthaler gratulierten Helmut Kutin (Bild o. r, v. l.) zur Ehrenmitgliedschaft in der Imster Schützenkompanie.Fotos: Paschinger (3), Jaritz (1)
Foto: Paschinger

Von Alexander Paschinger

Imst – Die Bezirkshauptstadt Imst stand am Wochenende ganz im Zeichen der Schützen: Die Imster Kompanie um Obmann Albert Zangerl und Hauptmann Georg Posch richtete das 53. Oberinntaler Regiments- und Bezirksfest aus. Dieses Treffen wurde aus allen Bataillonen der Bezirke Imst, Landeck und Reutte beschickt – rund 1500 Schützen, Fahnenabordnungen und Marketenderinnen machten Imst zum Nabel der Oberländer Schützenwelt.

Neben zahlreichen Prominenten durfte Landeskommandant Fritz Tiefenthaler und Viertelkommandant Fritz Gastl neben LH Günther Platter, LR Gerhard Reheis und den Imster „Hausherrn“ BM Stefan Weirather auch den ehemaligen Präsidenten von SOS Kinderdorf International, Helmut Kutin, begrüßen. Und dem wurde am Sonntag nach der Feldmesse am Sportplatz eine besondere Ehre zuteil: Der Beschützer der Kinder erhielt die Ehrenbürgerschaft bei den Imster Schützen. Und damit auch Joppe und Hut überreicht.

„Nach 45 Jahren bin ich wieder zuhause angekommen“, meinte ein gerührter Kutin am Rande der Ehrung gegenüber der TT. So lange sei er aus Imst fort gewesen, nun dürfe er die Imster Schützentracht tragen. „Heimat ist etwas sehr Wichtiges“, erklärt er weiter. Auf seinen vielen Reisen nach Afrika und Asien habe er so viele junge Menschen gesehen, „die nach Europa oder Amerika wollen – das ist schade. Es ist wichtig, dass man seine Heimat aufbaut.“ Auch er habe damals, als er nach dem Krieg in Imst aufwuchs, nichts gehabt. Umso stolzer trage er nun die Imster Schützenuniform – wobei ihm noch Lederhose und Stiefel fehlen.

Heimat und Heimatverbundenheit sprachen auch die anderen Festredner an. LH Platter freute sich über die Abordnung aus Südtirol beim Fest „meines Heimatregiments“. „Die Weiterentwicklung von Tirol spielt sich auf der Nord-Süd-Achse ab“, betonte er die traditionell guten Beziehungen nach Bayern, Südtirol und ins Trentino. Diese Verbindung sei oft „besser­ als nach Wien, Berlin oder Rom“. Und damit war er auch schon beim Thema Arge­Alp­: Er, Platter, habe heuer den Vorsitz im 40. Bestandsjahr, das im Oktober gefeiert wird. Damals, unter seinem Vorgänger Eduard Wallnöfer, sei es „eine Revolution der Provinzen“ gewesen. Heuer wolle man eine gemeinsame Alpenstrategie bei Themen wie Verkehr, ländlicher Raum und Berglandwirtschaft formulieren.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 16.07.2012
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