16.07.2012
Tirol

Waisenkitz „Weibi“ hat ein neues Zuhause

Gerlos – Seine Mutter hat Rehkitz „Weibi“ bei einem Motorradunfall in Gerlos verloren. Jetzt, sechs Wochen später, fühlt sich das Kitz bei seinen neuen Eltern sichtlich wohl. Gertraud und Raimund Egger haben sich des Tieres angenommen und es aufgepäppelt.

„Nach dem Unfall hat der Jäger zwei Stunden gesucht, dann hat er das Rehkitz gefunden. Da war‘s erst eine Woche alt“, erzählt Raimund Egger. In den ersten Tagen wollte „Weibi“, wie das Tier von seinen Ersatzeltern getauft wurde, gar nichts fressen, sagt Egger: „Wir mussten das Kitz zusammen mit einem Tierarzt mit der Spritze ernähren.“ Dann, langsam, begann es zu fressen. „Jetzt bekommt es heiße Ziegenmilch und wird von Tag zu Tag kräftiger“, freut sich Egger. „Weibi“ ist nicht der erste tierische Gast, dem Familie Egger ein neues Zuhause gegeben hat. „Meine Frau und ich haben schon viele Tiere beheimatet. Wir machen das gern. Einen Rehbock, Vögel – viele haben wir wieder aufgepäppelt“, erzählt Egger. Jeden Tag geht die Familie mit dem Tier im Wald spazieren: „Mit einer Leine. Damit Weibi langsam ihren natürlichen Lebensraum kennen lernt. Die Bäume, die Sträucher, die ganze Umgebung.“ Zwischen dem Tier und seinen neuen Eltern sei eine enge Verbindung entstanden. „Weibi fühlt sich bei uns wohl. Ich brauche nur kurz zu pfeifen, dann kommt sie schon“, lacht Egger. Über den Winter wird das Tier auf jeden Fall noch bei der Familie bleiben. „Dann werden wir langsam das Gehege öffnen, und Weibi kann kommen und gehen, wann sie will“, sagt Egger. (kaz)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 16.07.2012
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