11.09.2012
Tirol

Ärger über Einschnitt bei Wildbachverbauung

Schwaz, Innsbruck – Ganz und gar nicht einverstanden mit der geplanten Schließung der Schwazer Außenstelle der Wildbach- und Lawinenverbauung ist Bürgermeister Hans Lintner. Die Gebietsbauleitung fällt dem Sparstift zum Opfer – die TT berichtete. „Ich habe davon selbst aus der Zeitung erfahren. Für mich ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar“, erklärt Lintner. Reduzierungen und Streichungen in den Regionen würden am Ende keine Einsparungen bringen, sagt der Bürgermeister. „Außerdem hat das mit Bürgerservice wenig zu tun“, macht Lintner seinem Ärger Luft.

Für Siegfried Sauermoser, Sektionsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Tirol, ist die Zusammenführung der Gebietsbauleitungen Schwaz und Innsbruck „vernünftig“. Am Bauhofgelände in Rum soll laut Sauermoser ein neues Bürogebäude errichtet werden, in dem beide Gebietsleitungen zusammengeführt werden. „Dadurch entsteht eine größere Verwaltungseinheit, die auch unvorhergesehene Ausfälle besser kompensieren kann“, erklärt der Sektionsleiter. Außerdem könne man den Standort Schwaz auflassen, „der sehr teuer ist“, sagt Sauermoser. Ein Argument, das Lintner nicht nachvollziehen kann: „In Wörgl etwa soll ein völlig neues Gebäude errichtet werden. Das wird enorme Kosten verursachen. Das hinterfragt offenbar niemand.“

Dass sich die Verlegung der Schwazer Gebietsleitung nach Innsbruck – wie Lintner befürchtet – negativ auf die Gemeinden auswirkt, glaubt Sauermoser nicht: „Mit einer Beeinträchtigung der Betreuung ist nicht zu rechnen. Für die Gemeinden ist es wichtig, dass das Geld für die Schutzmaßnahmen nach wie vor von Bund und Land kommt.“ Derzeit gibt es zwischen Innsbruck und Wörgl drei Gebietsleitungen: „Das ist sicher nicht mehr zeitgemäß. Diese Struktur stammt aus einer Zeit, in der die Kommunikationsmöglichkeiten noch nicht so gut waren wie jetzt“, betont Sauermoser.

Für Lintner bleibt die Streichung „höchst erklärungsbedürftig. Warum man gerade im tourismusstärksten Bezirk des Landes mit hohem Gefahrenpotenzial die Außenstelle auflässt, verstehe ich nicht.“ (kaz, cm)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 11.09.2012
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