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Unglück im Sellrain

Lawinenopfer tot - Ermittlungen wegen unterlassener Hilfeleistung

Nach dem Lawinenabgang im Sellrain ist am Sonntag der 38-jährige Steirer gestorben. Unterdessen ermittelt die Polizei wegen unterlassener Hilfeleistung.

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Gries im Sellrain – Nach dem Lawinenunglück von Samstag auf dem rund 3.000 Meter hohen Zischgeles im Sellrain ist am Sonntag der 38-jährige Steirer in der Innsbrucker Klinik seinen Verletzungen erlegen. Der Steirer war total verschüttet und erst nach längerer Zeit geortet und ausgegraben worden. Nach seinem Auffinden soll ein Beteiligter den Kopf des 38-Jährigen freigelegt und mit den Wiederbelebungsmaßnahmen bis zum Eintreffen des Notarztes begonnen haben.

Die Crew des ÖAMTC-Notarzthubschraubers „Christophorus 1“ grub den Verunfallten zur Gänze aus. Unter Reanimationsbedingungen wurde er in die Uni-Klinik geflogen, wo er am Sonntag verstarb. Ein weiterer Verschütteter, ein 49-jähriger Innsbrucker, wurde nach Angaben der Exekutive ebenso schwer verletzt. Auch er wurde nach Innsbruck gebracht.

Ermittlungen wegen unterlassener Hilfeleistung

Unterdessen hat die Polizei am Sonntag Ermittlungen gegen Unbekannt wegen unterlassener Hilfeleistung aufgenommen. „Heute fanden die Erhebungen zum Lawinenunfall statt, dabei wurde das Gipfelbuch kontrolliert“, schilderte ein Polizeibeamter. Ein bei dem Lawinenabgang auf rund 2.800 Meter Seehöhe Beteiligter hatte bei der Suche nach seinem Freund einen aufsteigenden Skitourengeher um Hilfe gebeten. Dieser soll allerdings negiert und seinen Weg fortgesetzt haben, schrieb Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst Tirol im Internetblog. „Das ist moralisch höchst bedenklich“, meinte er zu diesem Verhalten.

Zunächst war auch von einer zweiten Person, einem abfahrenden Tourengeher, die Rede gewesen. Dieser soll sich der Vermisstensuche mit der Aussage, es „interessiere ihn nicht“, entzogen haben. „Dies ist aber im Zuge der weiteren Abklärung relativiert worden“, erklärte Nairz. Dieser Beteiligte habe sehr wohl nach Personen gesucht.

Die Unfallanalyse im Laufe des Tages mithilfe von Alpinpolizisten habe laut dem Lawinenexperten nichts Außergewöhnliches ergeben. Der Lawinenabgang sei aufgrund des aktuellen Schneedeckenaufbaus wie erwartet passiert. (TT.com/APA)

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