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Landtagswahl 2013

Erfahrenes Polittrio gründete neue Liste „Vorwärts Tirol“

Drei bekannte Gesichter haben am Mittwoch den Spekulationen rund um eine neue Landtagsliste ein Ende gesetzt: Hans Lindenberger, Anna Hosp und Christine Oppitz-Plörer wollen bei der Landtagswahl im April mit ihrer Liste „Vorwärts Tirol“ antreten.

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Innsbruck – Ex-Landesrat Hans Lindenberger, die ehemalige ÖVP-Landesrätin Anna Hosp und Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer eröffneten am Mittwoch unter enormen Medienandrang den Landtagswahlkampf ihrer neuen Liste „Vorwärts Tirol“.

Die Liste wurde erst in den frühen Morgenstunden offiziell registriert. Spitzenkandidat ist der ehemalige Sozialdemokrat Lindenberger. Hosp wird im Außerfern kandidieren. Oppitz-Plörer wird in keiner Funktion für die Landtagswahl aktiv sein. Sie werde die neue bürgerliche Gruppierung „maßgeblich unterstützen“, sagte sie bei der Pressekonferenz am Vormittag.

Lindenberger geht es vor allem um „Sach- und nicht um Parteipolitik“. Außerdem wolle er nie mehr einer Partei angehören, die von Wien aus gesteuert werde. Damit sprach er die beiden Großparteien ÖVP und SPÖ an. Ihm gehe es auch nicht darum, gegen die VP und Platter anzutreten. „sondern ‚Vorwärts Tirol‘ will Tirol verändern“, so der Spitzenkandidat. „Und wenn uns der Wähler das Vertrauen schenkt, wollen wir auch bei der Regierungsbildung mitreden“.

Gespräche mit VP gescheitert

Hosp erklärte, man habe sehr oft probiert, mit Platter und maßgeblichen VP-Politikern zu reden – „dann hätten wir die Volkspartei auch unterstützt“ – doch man sei auf „taube Ohren“ gestoßen. Sie kritisierte, dass im Land keine Entscheidungen getroffen würden.

Wahlziel nannte die neue Gruppierung keines, nur: „Ziel ist es, nach der Wahl über die Gestaltung des Landes maßgeblich mitbestimmen zu können.“ Das Büro der Partei wurde am Mittwoch in Innsbruck bereits eröffnet. In den nächsten Tagen soll dann das Team präsentiert werden, in dem auch einige Bürgermeister sein sollen.

Hosp und Oppitz-Plörer traten in der Vergangenheit als Kritiker des aktuellen Kurses der Tiroler Volkspartei auf. Bei der Innsbrucker Gemeinderatswahl 20012 kam es zum offenen Bruch zwischen Oppitz-Plörer und VP-Chef LH Günther Platter.

Lindenberger kehrte enttäuscht der SPÖ den Rücken, er kam nach der Landtagswahl 2008 nicht mehr als Regierungsmitglied zum Zug. Mehrfach hatte er danach versucht, den ehemaligen SP-Chef Hannes Gschwentner zu stürzen. Zuletzt trat er aus der SPÖ aus. (pn)

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