240 Kilo Cannabis geschmuggelt
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(Symbolfoto)
Foto: APA/DPA/DANIEL KARMANN
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Von Reinhard Fellner
Innsbruck – Im Jahr 2005 waren die heimischen Drogenfahnder einem Innsbrucker auf der Spur, der damals über Drogenkuriere unvorstellbare 240 Kilogramm Cannabisharz von Holland nach Tirol schmuggeln ließ. Im Innsbrucker Raum hatte der heute 34-Jährige den Großteil des Suchtgifts an Abhängige weiterverkauft.
Plötzlich war der Verdächtige jedoch verschollen und seither über acht Jahre untergetaucht. Still und leise lebte er fortan nämlich in Amsterdam – ohne Adresse, ohne Arbeit und ohne gesellschaftliche und familiäre Kontakte. Einzig eine niederländische Lebensgefährtin war an der Seite des Verfolgten.
Ende letzten Jahres hatte der Innsbrucker sein ewiges Leben auf der Flucht dann satt und kontaktierte den Innsbrucker Drogenexperten und Rechtsanwalt Markus Abwerzger, um die Möglichkeiten einer Rückkehr in die Heimat auszuloten. Die Sterne standen bei einer Strafandrohung von bis zu 15 Jahren Haft schließlich nicht günstig. Andererseits basierten viele Ermittlungsergebnisse rein auf Aussagen von einstigen Konsumenten und es fehlten echte Sachbeweise.
Alle vor dem Gesetz erdenklichen Milderungsgründe mussten also ins Treffen gebracht werden, um den verlorenen Sohn wieder nach Hause und zu seinen Eltern zu bringen. Nachdem sich der Mann freiwillig den holländischen Behörden gestellt hatte und ausgeliefert wurde, gab es dann gestern am Landesgericht ein erstes Wiedersehen mit seinem Vater außerhalb von Gefängnismauern.
Staatsanwalt Thomas Willam würdigte den Schritt, nicht weiter davonzulaufen, und erörterte offen, ob „der Staat in so einem Fall nun Härte oder Größe zeigen“ soll. Schließlich hatte Verteidiger Abwerzger schon im Eingangsplädoyer erörtert, dass die Holländer seinen Mandanten anhand der Beweisergebnisse gar nie ausgeliefert hätten. Auch habe der Mann in der Art einer Lebensbeichte auch Taten gestanden, die der Polizei gar nicht bekannt waren.
Trotz der „mehrfach übergroßen Menge von verdealtem Suchtgift“ schloss sich dann auch Richter Günther Böhler diesen Überlegungen an und verhängte rechtskräftig „nur“ dreieinhalb Jahre Haft über den Innsbrucker. Sein Geständnis, die eigene Drogensucht und die freiwillige Rückkehr waren ausschlaggebend. „Das ist sehr milde. Enttäuschen Sie uns nicht!“, rief Ankläger Willam dem Verurteilten zum Abschluss zu.
aktualisiert: Mi, 13.02.2013 07:54






