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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 08.08.2013

Innsbruck

40,5 Grad und eine Daunenjacke

Die höchste jemals gemessene Temperatur wurde gestern in Niederösterreich verzeichnet. Nichtsdestotrotz wird auch in Tirol Winterware bereits eingekauft.

Rekordtemperaturen und Winterkleidung: Gregor Von Guenther probiert Winterkleidung nur für das Foto der TT-Fotografin. Auch Julia und Pia (unten) kaufen jetzt noch keine Winterware. Annika Jäger (r. oben) hingegen ist überrascht, wie viel Winterliches bereits verkauft wird.Fotos: Johanna Böhm

© johanna boehm Rekordtemperaturen und Winterkleidung: Gregor Von Guenther probiert Winterkleidung nur für das Foto der TT-Fotografin. Auch Julia und Pia (unten) kaufen jetzt noch keine Winterware. Annika Jäger (r. oben) hingegen ist überrascht, wie viel Winterliches bereits verkauft wird.Fotos: Johanna Böhm

Innsbruck – Die Hitzemeldungen überschlugen sich am gestrigen Donnerstag: Dann wurden um 16 Uhr in Bad Deutsch-Altenburg im östlichen Niederösterreich exakt 40,5 Grad gemessen – der höchste Wert seit Beginn der Messungen. Auch in Güssing im Südburgenland kletterte der Wert auf 40,0 Grad. Möglicherweise hält die neue Bestmarke aber nur bis heute. Denn dann soll feststehen, ob die 40,6 Grad in Neusiedl am See für „gültig“ erklärt werden können. Ein wenig niedriger lagen die Temperaturen laut Wetterdienststelle Innsbruck in Tirol: Spitzenreiter war Lienz – hier wurde eine Temperatur von 34,6 Grad verzeichnet. Dahinter folgten Innsbruck (Universität) mit 31,7 Grad sowie Imst mit 30,7 Grad.

Nichtsdestotrotz waren auch am gestrigen Donnerstag viele Tiroler u. a. damit beschäftigt, Winterkleidung zu kaufen. Dicke Jacken und Pullover sind nämlich schon seit einigen Wochen im Handel erhältlich. „Die erste Winterware wurde uns bereits am ersten Juni geliefert. Derzeit interessiert sich etwa die Hälfte unserer Kunden für die Wintermode, die andere Hälfte besucht uns wegen der reduzierten Sommerware“, berichtet Mark Jäkel, Geschäftsleiter von Peek & Cloppenburg.

Auch Annika Jäger, Geschäftsführerin einer Innsbrucker „Jack & Jones/Only“-Filiale, berät schon viele Kunden, die sich für kältere Zeiten wappnen: „Vergangene Woche wurden uns versehentlich mehrere Kisten mit Winterjacken geschickt – was sich als positiv erwies. Denn die dicken Jacken und Wollpullover waren rasch ausverkauft.“ Daunenjacken haben sich trotz der schweißtreibenden Temperaturen bereits gut verkauft: „Doch es muss nicht immer das Wärmste sein – viele suchen Pullover aus warmem Cashmere in gedeckten, winterlichen Farben“, weiß Jäkel.

Allerdings machen dann doch nicht alle dieses Spiel mit. „Nie im Leben würde ich bei dieser Hitze warme Jacken kaufen. Bis zum Herbst ist ja wirklich noch genug Zeit“, sagt etwa Gregor Von Guenther – für die TT-Fotografin schlüpfte er jedoch gern in eine Daunenjacke. (sam, i.r.)