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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 02.09.2013

Imst

Neuer Mega-Kreisverkehr in optischer Schieflage

Die neue Imster Verkehrsanlage sorgt für lebhafte Diskussionen, ob es einen Planungsfehler gebe. Die Verantwortlichen winken ab.

Der Niveauunterschied zwischen alter bestehender Trasse und der neuen südlichen Zufahrt zum Kreisverkehr ist enorm und sorgte zuletzt wegen der optischen Schieflage für wilde Spekulationen. Foto: Paschinger

© Paschinger Der Niveauunterschied zwischen alter bestehender Trasse und der neuen südlichen Zufahrt zum Kreisverkehr ist enorm und sorgte zuletzt wegen der optischen Schieflage für wilde Spekulationen. Foto: Paschinger

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Von Alexander Paschinger

Imst – Hat da jemand am Plan gedreht? In den vergangenen Tagen häuften sich die Fragen an den Imster Verkehrsreferenten Heini Gstrein und den Chef des Baubezirks­amtes Imst, Günter Heppke. Der Grund: Kommt man von Süden in Richtung der Baustelle des neuen Kreisverkehrs, dann geht es dorthin plötzlich über eine Steigung kräftig bergauf. Der Verdacht: Die Achse des Kreisverkehrs wurde verschoben und plötzlich gebe es enorme Niveauunterschiede.

„Ich bin öfters angesprochen worden“, bestätigt Gemeinderat Heini Gstrein. Man sei von einem früheren Plan abgerückt, aber die Landesstraßenverwaltung habe das alles überprüft und letztlich freigegeben. „Es ist eine Steigung zwischen sechs und sieben Prozent – das ist absolut vertretbar“, so Gstrein.

Baubezirksleiter Heppke weiß auch, warum diese Neigung zustande kommt: „Es geht um die behindertengerechte Unterführung. Diese darf eine gewisse Steigung nicht überschreiten.“ Und deshalb müsse die Trasse so aufgeschüttet werden.

„Ich weiß, dass es noch wild ausschaut“, sagt der Imster Verkehrsreferent Heini Gstrein. Aber er vertröstet auf die Zukunft: „In zwei Wochen wird der Asphalt aufgetragen – dann wird sich das Ganze anders präsentieren. Das ist auch die Erklärung von Bürgermeister Stefan Weirather: Hier entstehe ein Kreisverkehr mit sechs Anschlüssen und einer eben behindertengerechten Fahrradunterführung. „Derzeit wird an der alten Trasse vorbeigefahren. Wenn der Kreisverkehr fertig ist, dann schaut es ganz anders aus“, erklärt Weirather die optische Schieflage.

Die groben Arbeiten des 2,2-Millionen-Euro-Projektes werden am 18. Oktober abgeschlossen sein, ergänzt Gstrein. Bis zum 15. November sollten auch die Nebenarbeiten fertig sein. „Bei den Kosten liegen wir ziemlich im Plan“, so Gstrein.

Wie berichtet, fürchten die Anrainer von Auf Arzill, dass anstatt des bisherigen Grüngürtels eine Tankstelle auf dem landeseigenen Grund entstehen könnte. „Es liegt dazu nichts auf“, meint Gstrein nach Absprache mit dem Bürgermeister. Außerdem würde sich der Gemeinderat gegen eine notwendige Widmung aussprechen.

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