Gemeinde soll nicht aktiv Plätze für Moscheen suchen
Von Michael Mader
Kufstein – Eine weitere Moschee in Kufstein ist laut Bürgerliste Horst Steiner (BHS) abzulehnen. Kufstein habe genug Gebetshäuser. Hintergrund der Diskussion ist die verzweifelte Suche des türkischen Vereins Atip nach einem neuen Vereinslokal.
Wie berichtet, hätte der Vereinsvorstand bereits das ehemalige Sporthotel beim Kufsteiner Freischwimmbad ins Auge gefasst. Auch der kolportierte Kaufpreis von rund 400.000 Euro wäre angeblich kein Problem gewesen. Heftiger Widerstand aus der Bevölkerung und auch von politischer Seite war die Folge.
Bürgermeister Martin Krumschnabel wusste, dass auch die ehemalige Druckerei Dillinger im Stadtteil Zell zur Disposition steht. Laut Gemeinderat Simon Hermann Huber (BHS) gibt es jetzt ein drittes Objekt der Begierde: den Bayerischen Hof an der Eibergstraße.
„Wir sollten das Thema ganz sachlich diskutieren, ohne dass man dabei gleich ins rechte Lager gerückt wird. Auch wenn ich der Meinung bin, dass wir kein weiteres Gebetshaus in Kufstein brauchen“, sagt Huber. Er habe selbst Freunde, die Muslime sind, aber es müsse für alle das gleiche Recht gelten. Widmungen seien nur im Kerngebiet möglich, ansonsten müsse eine Sonderflächenwidmung Gebetshaus erfolgen. „Es kann nicht sein, dass die Stadtgemeinde, der Bürgermeister, Referenten oder die Ausschüsse Gebäude für türkische Vereine suchen. Wenn die Vereine eine Fläche oder ein Gebäude haben wollen, müssen sie ein Ansuchen stellen, wie auch die katholische oder evangelische Kirche. Dann hat auch jeder Anrainer ein Einspruchsrecht“, meint Huber.
Für den heutigen Gemeinderat kündigt Horst Steiner an, das Thema Standortsuche des Bauausschusses für Gebetshäuser zur Sprache bringen zu wollen.





