Frieren für einen friedlichen Wandel
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Zeltstadt mit Tipi um eine „sozial gerechte Gesellschaft“ herbeizuführen: „Occupy Innsbruck“ im Waltherpark.Foto: Jan Hetfleisch
Foto: Jan Hetfleisch
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Innsbruck – Während Innsbruck mitsamt seinen Touristenströmen derzeit im Christkindlmarkt-Trubel versinkt, scheint die Welt nur wenige hundert Meter davon entfernt im „Occupy Innsbruck“- Zeltlager einen anderen Gang eingeschalten zu haben. In dem Camp der bunt zusammengewürfelten Gruppe im Waltherpark übernachten seit nunmehr einmonatiger „freundlicher Besetzung“ nach wie vor rund zehn Personen. Die Vision einer „ökologisch zukunftsfähigen und sozial gerechten Gesellschaft“, wird hier trotz frostiger Temperaturen am Leben erhalten, ein „friedlicher Wandel“ soll durch Demokratie- und Geldreform herbeigeführt werden (www.mehr-demokratie.at bzw. www.monetative.at). Bedingungsloses Grundeinkommen und Bildungsreform sind für „Occupy Innsbruck“ weitere Bausteine zur Veränderung (www.bgetirol.wordpress.com).
In der kleinen Zeltstadt wird daher fleißig diskutiert, Passanten werden informiert, Vorträge und Meetings werden abgehalten, Flyer werden entworfen, gedruckt und verbreitet. Das ursprüngliche Ziel, Politik und Wirtschaft in eine Diskussion u.a. zum Thema Geldreform zu verwickeln, sei bislang zwar nur bedingt geglückt, „aber wir freuen uns über den Dialog mit der Zivilbevölkerung, der zustande gekommen ist“, sagt Daniel Baumgartner von „Occupy Innsbruck“. Durch verschiedene Aktionen solle das Zeltlager im Waltherpark „zu einem Ort der Begegnung und Diskussion werden“, so Baumgartner. Sepp Kustatscher von den Südtiroler Grünen habe etwa u.a. einen Besuch abgestattet und zum Thema Grundeinkommen gesprochen.
Neben Kochtöpfen, tibetischen Fahnen und Transparenten sticht dabei seit einigen Tagen vor allem auch ein Tipi ins Auge. Der Wiener Thomas Amaran ist extra angereist, um die Tiroler zu unterstützen. „Ich habe gesehen, dass die Tiroler frieren und da bin ich gekommen“, so Amaran, in dessen „Community-Tipi“ es sich weitaus angenehmer diskutieren lässt als im Freien. „Es gibt sehr viele Dinge, die falsch gehen in der Welt und alles hängt am Geldsystem“, so der Wiener.
„Die Tiroler sind Helden, das sind die einzigen, die kernig genug sind auf die Straße zu gehen hier in Österreich“, würdigt Amaran das bisherige Engagement der Innsbrucker. Denn schließlich bildet das Zeltlager am Waltherpark derzeit eine einsame Hochburg innerhalb der österreichischen Occupy-Bewegung.
Und auch wenn es in der Gruppe inhaltlich verschiedene Schwerpunkte gebe, so mache dies lediglich die „Veränderung bunter“, ist etwa der Ökologe Daniel Baumgartner überzeugt: „Es ist interessant, dass sehr verschiedene Leute hier zusammenkommen, von Akademikern bis hin zu Arbeitslosen sind verschiedenste Bevölkerungsgruppen vertreten“.
Da es nicht jedem möglich sei, Zeit im Zeltlager zu verbringen, freue man sich über Unterstützung jeder Art, von Mundpropaganda über Sachspenden bis hin zu finanziellen Zuwendungen - beispielsweise um Flyer zu drucken.
Das Lager will Occupy Innsbruck bis Ende des Jahres „auf jeden Fall“ aufrechterhalten, auch am Heiligabend wird gezeltet: „Wir sitzen sogar am 24. hier, um den Leuten zu zeigen, dass dies kein Spass ist, sondern ein ernstes Anliegen. Wir wollen zeigen, dass es so einfach nicht weitergeht!“, sagt etwa Thomas Amaran. Vorerst steht aber u.a. noch das Geburtstagsfest „Ein Monat „Occupy Innsbruck“ diesen Sonntag am Programm. (sire)
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aktualisiert: Sa, 10.12.2011 18:37







