Hier schlägt der Puls der Spiele
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Das 16-köpfige Musikerkollektiv SK Invitational und die Linzer Hip-Hop-Band Texta rockten am Dienstag die Bühne, bei der Medaillenfeier werden die Fahnen gehisst.Foto: Hammerle (2)
Foto: TT / Julia Hammerle
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Medal Plaza
Programm, Heute: 17.30 Uhr: Mühlauer Muller. 19 bis 20 Uhr: Siegerehrungen. Ab 20 Uhr: Konzert: Stereo MC‘s.
Donnerstag, 19. Jänner: 17.30 Uhr: Samsung Media Art Show: 4klang; EMA/YOG-Dance. 19 bis 20 Uhr: Siegerehrungen. Ab 20 Uhr: Konzert: Tanz Baby!
Freitag, 20. Jänner: 17.30 Uhr: Wiltener Sängerknaben. 19 bis 20 Uhr: Siegerehrungen. Ab 20 Uhr: Kaizers Orchestra.
Samstag, 21. Jänner: 17.30 Uhr: Jung und Frisch. 19 bis 20 Uhr: Siegerehrungen. 20 Uhr: Konzert: Aura Dione.
Von Tobias Waidhofer
Innsbruck – „Zeigt mir, dass ihr eine Gewinner-Stadt seid“, forderte der deutsche Reggae-Sänger Patrice bei seinem Auftritt auf dem so genannten Medal Plaza in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße auf – und das Publikum zeigte es ihm. Vor der Annasäule, wo sich die Bühne seit Beginn der Winter-Jugendspiele ausbreitet, herrschte nicht nur beim Auftritt des Hamburgers Partystimmung.
Vor der Feier stehen die Athleten der Winter-Jugendspiele im Mittelpunkt. Aber wenn es dunkel wird, verwandelt sich die Prachtstraße in eine Partymeile. Am Medal Plaza, so etwas wie das Nervenzentrum der Spiele, wird die Bühne nämlich nicht nur gerockt, auch die Medaillen finden dort im feierlichen Rahmen zu ihrem rechtmäßigen Besitzer.
Die immer gleiche Zeremonie erinnert in ihrem Protokoll an jene der Erwachsenen: Während die Hymnen erklingen und streng blickende Soldaten die Nationalflaggen hissen, fließen bei den Sportlern die Freudentränen – genau dann ist der olympische Geist in der Innenstadt geradezu greifbar.
„Wahnsinn, wie professionell das hier alles aufgezogen ist. Wie bei den traditionellen Olympischen Spielen“, meint der 70-jährige Innsbrucker Hans, der schon die Spiele 1976 in Innsbruck hautnah miterlebte. Als die Medaillen für den Super-G der Herren vergeben werden, stößt der Pensionist einen Ruf des Erstaunens aus: „Woher kommt der Sieger? Aus Marokko? Das gibt’s doch nicht.“ Gibt‘s doch.
Ein paar Reihen weiter vorne wird der erste afrikanische Gold-Gewinner euphorisch bejubelt. Eine Gruppe Jugendlicher aus Reutte hat sich bereits in feucht-fröhliche Stimmung versetzt. „Wir sind zum Feiern hier. Das sieht man doch“, grinst Markus, der Größte aus dem Außerferner Quartett, und nimmt einen Schluck aus seinem Dosenbier. Es ist eine Mischung aus Jung und Alt, aus erfahren und euphorisiert, die den erfolgreichen Sportlern die Ehre erweist. Je später der Abend wird, desto jünger wird auch das Publikum. Von der ehrwürdigen Medaillenzeremonie entwickelt sich alles langsam hin zu einer großen Party. Trotz des erhöhten Alkoholkonsums scheint alles friedlich zu bleiben. Die Polizei zeigt zwar Präsenz in der Partymeile, eingreifen muss sie aber nicht.
„Gratulation an alle Athleten. Ich wäre selbst immer gern Profisportler geworden“, erinnert sich Patrice nach zwei Songs an den sportlichen Grund seines Besuchs. Sein Hit „Walking Alone“ hat hier im Herzen Innsbrucks jedenfalls keine Gültigkeit.



