Absam war fest in Matschgerer-Hand
Absam – Das Fort Knox im US-Bundesstaat Kentucky ist ein Klacks dagegen. Richtig gut abgesperrt war gestern nämlich nur ein Ort: Absam. Dort hatten für kurze Zeit die Fasnachtsfreunde das Szepter in der Hand und luden zum traditionellen Matschgerer-Umzug ein.
Eine Einladung, der rund 9000 Schaulustige folgten. Selbst Temperaturen, bei denen einem eigentlich das Lachen gefriert, schreckten die Besucher nicht ab. Die Gründe dafür waren jedoch recht unterschiedlich. „Man muss schon schauen, was die Nachbarn so auf die Beine stellen“, erklärte Maria aus Rum den Grund für ihre Anreise. Hannes aus Innsbruck sah dies ein wenig anders: „Solche Umzüge gibt es nicht so oft und deshalb ist es etwas Besonderes. Die Kälte ist heute halt ein Spielverderber. Hoffentlich heizen uns die Gruppen so richtig ein.“
Und das taten die teilnehmenden Vereine und Musikkapellen dann auch. Dabei kam vor allem die Mischung aus Brauchtum und Moderne bei den Zuschauern gut an. „Mir gefällt der Mix einfach gut. Einmal kommt eine Gruppe Tuxer vorbei, dann sieht man wieder die leichtbekleideten Schützen“, freute sich Margit aus Volders. Apropos leichtbekleidete Schützen: Die Speckbacher Schützenkompanie erntete mit ihrem Moulin-Rouge-Wagen besonders viel (weiblichen) Applaus. Die etwas männlich anmutenden Damen entlockten dem Publikum nämlich nicht nur auf Grund ihrer mehr oder weniger grazilen Figur bewundernde Blicke: Wer bei Minusgraden eine Netzstrumpfhose trägt, dem gebührt nun einmal eine Menge Respekt ...
Respekt zollten die Besucher aber auch den anderen Gruppen, wie den „Vogelfochern“, den „Drei Musketieren“ oder den „Schotten“, die das Publikum bei den eigens einberufenen Absamer Highlandgames gleich zum Seilziehen und Eierfangen verdonnerten.
Ob groß, ob klein – alle kamen auf ihren Geschmack. Auch wenn es beizeiten doch unterschiedliche Auffassungen zu den einzelnen Gruppen gab. „Mir haben die Hexen am besten gefallen“, urteilte der fünfjährige Felix aus Hall. „Die haben mir ein Zuckerl geschenkt.“ Sein Opa sah das – mit einem Schmunzler auf den Lippen – dann doch ein wenig anders. „Bei uns haben die Hexen das ganze Jahr Ausgang – das ist für mich nicht mehr besonders.“
Besonders war der Umzug, an dem rund 300 Freiwillige mitarbeiteten, aber auf alle Fälle. Am Ende waren aber dann doch alle froh, als das narrische Treiben in das wesentlich wärmere Veranstaltungszentrum Kiwi verlegt wurde. (kew)






