Heinrich Kliers sieben Leben
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Von Alois Vahrner
Innsbruck – In Wikipedia wird Heinrich Klier (86) als erfolgreicher Schriftsteller, Alpinist, Unternehmer und politischer Aktivist bezeichnet. Was ihm denn von diesen Attributen am besten gefällt, fragte ihn ORF-Legende Elmar Oberhauser Mittwochabend beim Zeitzeugen-Gespräch im Innsbrucker Casino. Die Antwort kam ebenso prompt wie klar: „Mir gefallen sie alle!“
Heinrich Klier war Berg- und Wanderführer. Er verfasste schon in den 1950er-Jahren gut verkaufte Romane. Beim ORF produzierte Klier Alpin-Radiosendungen. In den 1960er-Jahren war Klier als Aktivist an Bombenattentaten der Südtiroler Unabhängigkeitsbewegung beteiligt. Er wurde wegen der Sprengung des Reiterstandbilds Benito Mussolinis in Waidbruck („wir hatten auch das Siegesdenkmal in Bozen schon vermessen“) in Abwesenheit zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt – 1998 wurde er vom italienischen Staatspräsidenten Oscar Luigi Scalfaro begnadigt. Aussagen mancher Politiker, Südtirol wäre auch mit Diplomatie so weit gekommen, teilt er nicht. Und meinte süffisant: „Die Diplomatie war angeblich auch 16 Jahre zuvor schon sehr weit und wäre wohl 37 Jahre später noch ein bisschen weiter gewesen.“ Heute ist er überzeugter EU-Bekenner, weil diese das größte Friedensprojekt sei.
Klier spricht selbst von sieben Leben, die er gehabt habe – weil er den Krieg und Bomben überlebte, weil er in einen hoch gehenden Wildbach, einmal von einer Bergwand und einmal in eine Gletscherspalte stürzte und ein anderes Mal von einer Lawine verschüttet wurde. Ob er denn ein besonderes Kind des Glücks sei? „Ich habe viel Sau gehabt.“
Mit seinen Großinvestitionen (Startkapital waren 1000 Dollar) hat Tourismuspionier Klier das ganze Stubaital nach vorne gebracht. Die Zukunft Tirols und des Tourismus sieht Klier positiv. Und wenn sich jemand nach seiner Gesundheit erkundigt, sage er immer: „Geh mit mir einmal Ski fahren, dann siehst du, wie es mir geht.“






