20.12.2012, 19:31  Aktualisiert: 21.12.2012, 15:49 
Dämmerungseinbrecher

Flüchtige Einbrecher aus Zirl vermutlich nach Italien abgesetzt

Nach Dämmerungseinbrüchen in Zirl wurde die Fahndung nach zwei Flüchtigen am Freitagmorgen wieder aufgenommen. Die Polizei glaubt inzwischen, dass die Täter Österreich verlassen konnten.

Zirl – Am frühen Donnerstagabend zwischen 17 und 18.20 Uhr ereigneten sich drei Wohnungseinbrüche in Zirl. An einem Tatort begegnete ein Einbrecher sogar einer Bewohnerin und flüchtete. Die geschockte Frau alarmierte sofort die Polizei, sie blieb unversehrt.

Unabhängig davon, war einer der Gauner in einem schwarzen Chrysler mit italienischem Kennzeichen einem Mann aus Zirl aufgefallen. Der Zirler vermutete, dass der Italiener jemanden oder etwas suche und wollte helfen. Als der Einheimische auf den Wagen zuging, gab der Lenker Gas und brauste davon. Der Zirler schöpfte Verdacht und alarmierte ebenfalls die Exekutive.

„Wir suchten gezielt nach dem beschriebenen Wagen und fanden ihn im Südwesten von Zirl abgestellt. Unweit konnte auch der Täter verhaftet werden, der versucht hatte zu flüchten“, schilderte der stv. Bezirkspolizeikommandant Christoph Kirchmair am Freitagmorgen.

Gelang die Flucht über die Grenze?

Beim Festgenommenen handelt es sich um einen albanischen Staatsbürger, der in Italien wohnt. In seinem Auto konnte Diebesgut aus Zirl sichergestellt werden.

Zwei Männern gelang die Flucht. Eine Großfahndung mit Polizeistreifen aus Zirl, Beamten des Polizeikommandos Innsbruck und des Einsatzkommando Cobra verlief während der Nacht erfolglos.

Am Freitagmorgen wurde die Fahndung wieder aufgenommen. „Wir vermuten, dass die beiden Flüchtigen nicht mobil sind und sich einen Unterschlupf in der Umgebung gesucht haben“, erklärte Kirchmair am Vormittag.

Hinweis auf Nachtlager in Kapelle

Am Vormittag keimte dann bei den Ermittlern Hoffnung auf, die beiden flüchtigen Männer fassen zu können. Passanten hatten gemeldet, dass sich Unbekannte in der sogenannten Kalvarienberg-Kapelle ein Nachlager eingerichtet hätten. Die Polizei überprüfte Fußspuren um die Kapelle und konnten schließlich ermitteln, dass es sich um Spaziergänger gehandelt hatte. „Die Spur führte ins Leere“, bestätigte Kirchmair.

Inzwischen gehen die Beamten davon aus, dass es den beiden Männern gelungen sein dürfte, Österreich zu verlassen. „Es handelt sich um eine Tätergruppe, die aus dem Oberitalienischen Raum agiert“, so Kirchmair. Dorthin dürften die Täter auch geflüchtet sein.

Gesamte Beute sichergestellt

Der Schaden nach den Einbrüchen in Zirl dürfte sich übrigens in Grenzen halten. Zumindest die Beute der Gauner konnte zur Gänze sichergestellt werden, darunter vor allem Schmuck und technische Geräte wie iPads. Über den Sachschaden durch die Einbrüche ist derzeit noch nichts bekannt.

Betroffen waren in Zirl am Donnerstagabend nach bisherigen Kenntnissen drei Einfamilienhäuser. Die Täter sind bei allen Objekten über Terrassentüren eingedrungen, die sie ausgehebelt hatten. Dabei wählten sie jeweils Zugänge, die von der Straße aus nicht einsehbar waren.

Die Bevölkerung wird weiterhin gebeten, die Augen offen zu halten. Verdächtige Wahrnehmungen sollen an die nächste Polizeidienststelle gemeldet werden (Tel.: 059133)

(tt.com)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 20.12.2012  19:31
aktualisiert: Fr, 21.12.2012  15:49
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