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Abschied

Letztes Geleit für Alt-Bischof Reinhold Stecher

Hunderte Menschen kamen am Samstag in den Innsbrucker Dom, um von dem 91-Jährigen Abschied zu nehmen. Nach dem Trauerzug durch die Altstadt wurde Reinhold Stecher im kleinsten Kreis in der Gruft beigesetzt.

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Innsbruck – Der am Dienstag an den Folgen eines Herzinfarktes verstorbene Innsbrucker Altbischof Reinhold Stecher ist am Samstag in der Krypta des Domes zu St. Jakob in der Landeshauptstadt beigesetzt worden. Zuvor verabschiedeten mehrere hundert Gläubige, darunter Spitzenvertreter von Kirchen und Politik den 91-Jährigen. Ein Trauerkondukt führte durch die Innenstadt. Stecher war 16 Jahre lang Oberhirte der erst 1964 gegründeten Innsbrucker Diözese.

Papst Benedikt XVI. würdigte in einem Telegramm Stecher als „engagierten Arbeiter im Weinberg des Herrn“. Stechers Nachfolger in Innsbruck, der heutige Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, erinnerte an den Wahlspruch „Dienen und Vertrauen“. Stecher habe „ein Leben lang den Menschen gedient“. Er sei „ein tiefgläubiger Pilger auf Erden“ gewesen.

Der jetzige Innsbrucker Bischof, Manfred Scheuer, verwies wie Kothgasser auf die Aussöhnung zwischen Christen und Juden, die von Stecher forciert worden sei. Stecher sei „ein Denker der scheinbar kleinen Dinge“ gewesen, Bilder und Sprache des Verstorbenen hätten zu „Aha-Erlebnissen“ geführt.

Landeshauptmann Günther Platter (V) betonte im bis auf den letzten Platz gefüllten Dom, der verstorbene Bischof sei „ein ganz besonderer Mensch“ gewesen. Er sei das „Gesicht einer menschenliebenden, fröhlichen Kirche“ gewesen. Er sprach von einer „Zäsur“.

Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) attestierte Stecher „Glaubhaftigkeit“. Er habe die Gabe gehabt, schwierige Themen klar zu formulieren. Sie vermisse „eine sanfte Stimme, die uns so vertraut war“.

Der Sarg Stechers wurde schließlich auf einer Kutsche, gezogen von zwei Noriker-Pferden aus Osttirol, durch die Innenstadt geführt. Hinter dem Vortragekreuz begleiteten unter anderem Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, Kardinal Christoph Schönborn, die Diözesanbischöfe Egon Kapellari (Graz-Seckau), Alois Schwarz (Gurk-Klagenfurt) und Ivo Muser (Bozen-Brixen), die Landeshauptleute Platter und Luis Durnwalder, sowie Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V), Abordnungen von Schützen und Traditionsverbänden die sterblichen Überreste. Viele Innsbrucker, die am Domplatz die Trauerfeier durch eine Übertragung mitverfolgen hatten können, beteiligten sich an dem Trauerzug. Eine Ehrensalve und das Musikstück „Der gute Kamerad“ bildeten den Abschluss vor dem Dom, ehe der Sarg in kleinstem Kreis in der Gruft beigesetzt wurde. (APA)

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