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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 07.02.2013

Tausende gebärdeten sich völlig unsinnig

Beim größten Außerferner Faschingsumzug am Unsinnigen fielen ein Minus an Faschingswägen und ein starkes Plus an Maskierten auf.

Reutte – Am Donnerstagnachmittag herrschte in der Marktgemeinde Reutte der Ausnahmezustand. Bei starkem Schneefall ging der Unsinnigenumzug über die Bühne. Die üppige weiße Pracht hatte dann aber doch ein paar Zuschauer weniger als in den Jahren zuvor kommen lassen. Besonders eklatant war der Rückgang bei den Faschingswägen. Gerade eine Handvoll rollte durch den Markt, in den Jahren zuvor waren es Dutzende gewesen. Dafür bevölkerten so viele Maskierte wie noch nie den Ober- und Untermarkt. Einzelne, Pärchen oder große Gruppen flanierten mit neuen Identitäten durch den Bezirkshauptort.

Nach dem Umzug feierte die Jugend ausgiebig im Zelt im Park neben dem Billa-Parkplatz weiter, bevor sich so manche in Richtung Iglu nach Wängle auf den Weg machten, um dort weitere Alkoholika zu sich zu nehmen.

Der Umzug am Unsinnigen Donnerstag geht auf das Jahr 1970 zurück. Die Stammtischler des Hirschen starteten maskiert und mit einem einzigen Leiterwagen mit Heu ihre erste Runde durch Reutte. Im Jahr darauf waren die Hirscheler schon mit einem Barwagen unterwegs und hielten ihre erste Aufführung ab. Drei weitere Jahre später schaukelten sie den Unsinnigen­umzug praktisch alleine. Dass ihre Initialzündung dann schnell von Erfolg gekrönt war, zeigte sich, als nach drei Jahren erstmals die Banken geschlossen hatten. Zu viele Maskierte mit Plastikpistolen trieben sich bereits im Markt herum. Seit 43 Jahren findet der Auflauf nun schon ohne Unterbrechung statt.