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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 08.02.2013

In Perjen regierten Ritter und Burgfräulein

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Landeck – Landeck wird am 3. März zu den Wahlurnen gerufen, um einen Bürgermeister zu küren. Der Ortsteil Perjen wollte nicht so lange warten. Seine Bewohner haben sich bereits gestern für einen neuen Chef entschieden: Oberritter Emmi und seine First Lady Kunigunde hielten bei der zwölften Perjener Fasnacht anno 2013 das Zepter fest in der Hand.

Burgfräulein, Ritter, Musici und natürlich der Hofnarr waren auf den Straßen unterwegs. Ihr Erkennungszeichen: Sie zogen mit dem traditionellen Schlachtruf der Schrofensteiner Tafelrunde durch Perjen: „Schalla, Schalla!“

Die Wagenbauer hatten sich heuer wieder kräftig ins Zeug gelegt und dabei Kreatives und Witziges erdacht. Eine Stanzer Abordnung nahm das Fahrverbot am Prandtauer- und Leitenweg aufs Korn, für das sie die Regelung „Ausgenommen Stanzer, Blondinen und Ufos“ dazu erfanden. Eine Zammer Ritterabordnung fuhr mit einer riesigen Festung auf – verständlich, immerhin befanden sich die Recken mit ihren Schlachtruf „Houngga, Houngga!“ in Perjen auf feindlichem Terrain.

Mit dem Transparent „Der Venet lebt, wir Plattern im Wind“ machte sich eine Gruppe über die ablehnende Haltung des Landeshauptmanns zur Windkraft lustig. Und die Landjugend lud ins „La Pilla“, das etwas andere Freudenhaus, für das sich die jungen Burschen Netzstrümpfe angezogen hatten.

Auch heute stehen im Oberland wieder zwei Fasnachten auf dem Programm: In Fiss findet ab 13 Uhr das Kinderblochziehen statt. Bei der Fasnacht in Wenns ist das Zwölfeläuten der offizielle Startschuss für den Umzug. (mr)

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