13.07.2017, 14:03  Aktualisiert: 13.07.2017, 14:15 

Wieso Weshalb Warum

Vom Partner getrennte Gänse sind gestresst

Jemand zweites zu haben, mit dem man lebt, ist wichtig. Das haben Forscher anhand von Graugänsen gezeigt.
Die Trennung von den Partnern sorgte bei den Tieren für Stress.
Foto: APA (dpa)

Eine enge Zweierbeziehung hat gesundheitsfördernde Effekte. Das erklärt, warum bei Mensch und Tier die Partnerschaft, bestehend aus zwei, die sogenannte Monogamie, entstanden ist. Tatsächlich sind auseinandergerissene Partner bald gestresst und ihr Immunsystem schwächelt, fanden österreichische Forscher bei Graugänsen heraus. Ein Team um die Biologin Claudia Wascher hat an der Konrad Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal (OÖ) acht Pärchen einer frei lebenden, aber zweimal täglich von den Forschern gefütterten Gänseschar auseinandergerissen. Graugänse (Anser Anser) bilden oft lebenslange Partnerschaften, im Schnitt waren die untersuchten Paare schon drei Jahre zusammen. Die Forscher fingen die Männchen ein und setzten sie zwei Tage lang in ein Freigehege, wo sie die Weibchen weder sehen noch hören konnten, und umgekehrt. In dieser Zeit und danach untersuchten sie die Blut- und Stuhlproben bei beiden Geschlechtern nach Anzeichen von Stress und Parasiten. Die Männchen hatten während der Trennungszeit vermehrt Abbauprodukte von Stresshormonen im Kot, erklärte Wascher. Außerdem veränderte sich bei den getrennten Männchen und Weibchen das Verhältnis zwischen roten und weißen Blutkörperchen. Auch dies sei als Antwort auf eine nicht unbedingt positive Herausforderung zu sehen, so die Forscherin. (APA)

Toni Times