04.01.2018, 12:57  Aktualisiert: 04.01.2018, 13:08 

Wieso Weshalb Warum

Wer am lautesten schreit, hat Recht

Das gilt zumindest bei den Weißkopf-Sakis, einer Affenart, im Wiener Haus des Meeres.
Sieht so ruhig aus, schreit aber gern: Ein Weißkopf-Saki im Wiener Haus des Meeres.
Foto: APA/HAUS DES MEERES/MICHAEL KÖC

Trillern, quietschen, pfeifen: Die Weißkopf-Sakis im Wiener Haus des Meeres verständigen sich mit Hilfe von verschiedenen Lauten. Nicht selten kommt es bei den zwei Brüdern dabei zu unüberhörbaren Diskussionen. Untersuchungen von Biologiestudenten der Uni Wien haben nun gezeigt, dass offenbar gilt: Wer am lautesten schreit, hat Recht.

Weißkopf-Sakis sind mittelgroße Affen, die im nördlichen Teil Südamerikas vorkommen. Die Männchen besitzen eine auffällige weiße Gesichtsmaske, während die Weibchen völlig grau gefärbt sind. Zwei dieser Tiere leben im Tropenhaus im Haus des Meeres und sind Teil eines europaweiten Nachzuchtprojekts. Den Mitarbeitern in dem Wiener Zoo fiel auf, dass sich die beiden Brüder recht angeregt mit Lauten verständigten. Untersuchungen dazu waren bis dato nicht bekannt, deshalb wurde die Erforschung der Lautäußerungen an eine Gruppe von Biologiestudenten der Universität Wien übertragen. Erste Ergebnisse liegen nun vor. Es können tatsächlich zumindest drei verschiedene Typen von lauten unterschieden werden, die man grob in ein Trillern, ein Quietschen und in ein Pfeifen durch die Nase einteilen kann. Teilweise können die Laute sogar typischen Verhaltensweisen zugeordnet werden, aber nicht immer, meinte die Studentin Michelle Pelz. Hier sind noch weiterführende Untersuchungen in unterschiedlichen Frequenzbereichen notwendig, um mögliche Auffälligkeiten zu entdecken.

Eines ist klar: Getrillert wird am meisten, und da ist es mit Abstand der dominantere der beiden Brüder, der sich hervortut. Damit dürfte auch bei den Sakis gelten, was für Menschen immer wieder behauptet wird: Wer am lautesten schreit, hat Recht - und schafft an. (APA)

Toni Times