09.02.2018, 09:52  Aktualisiert: 09.02.2018, 10:23 

Wieso Weshalb Warum

Spielplätze für Spaßvögel

Die Keas-Papageien treiben in Neuseeland ihren Schabernack mit Touristen und Bauarbeiter. Jetzt bekamen sie eigene Spielplätze.
Spaßvögel bei der Arbeit: Keas verschieben in Neuseeland ein Verkehrshütchen.
Foto: Andrew Walmsley

Keas lieben Herausforderungen. Die schlauen Bergpapageien treiben aber auch gerne Schabernack auf der Südinsel Neuseelands, ihrer einzigen Heimat. Mit ihren kräftigen Schnäbeln schnappen sie sich immer wieder nicht niet- und nagelfeste Sachen: Pässe, Brieftaschen und das eine oder andere Pausenbrot von abgelenkten Touristen. Das Gefährliche: Sogar der Straßenverkehr und Baustellen sind vor ihnen nicht sicher. Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme wollen Naturschützer und Straßenverkehrsbehörden nun den Faxen ihrer gefiederten Bewohner einen Riegel vorschieben: Auf der Südinsel stehen bereits drei spezielle Spielplätze am Straßenrand, die die Keas bei Laune halten sollen.

Der Grund dafür: Im November 2016 fanden Bauarbeiter Verkehrshütchen an merkwürdigen Stellen vor - und zwar immer dann, wenn sie auf eine Baustelle auf einer Fernstraße zurückkehrten. Videos von Überwachungskameras zeigten schließlich: Eine Schar von Keas hatte die Kegel nach Lust und Laune hin- und hergeschoben. Dies taten sie wahrscheinlich nur zu ihrer eigenen Unterhaltung. Einige Experten waren jedoch der Ansicht, dass die Vögel die Hütchen absichtlich umgestellt hatten, um den Verkehr zu stoppen und bei Touristen Nahrung zu schnorren.

Ausgestattet seien die Einrichtungen „mit Leitern, sich drehenden Schwimmvorrichtungen, Schaukeln und Klettergerüsten“. Über Kameras beobachten und analysieren Forscher der neuseeländischen Universität Canterbury das Treiben der Tiere auf den Spielplätzen. Sie hoffen dadurch, das Verhalten der Keas besser verstehen zu können.

„Die Kea-Turnstätten sind so konzipiert, dass sie Keas von gefährdeten Bereichen, wie zum Beispiel Straßen, weglocken“, sagt Tamsin Orr-Walker von der Kea-Schutzstiftung. Die Tierschützer hoffen, dass sich Keas durch die Beschäftigungstherapie seltener an menschlichem Eigentum vergreifen oder es beschädigen. (dpa)

Toni Times