27.02.2018, 11:25  Aktualisiert: 27.02.2018, 16:17 

Wieso Weshalb Warum

Roboter-Kugel hilft Astronauten

„Cimon“ fliegt im Sommer zur Internationalen Raumstation - und soll unter den Astronauten auch mit Witzen für gute Lauen sorgen.
Projektleiter Till Eisenberg und Roboter Cimon.
Foto: APA (dpa)

Er ist weiß, so groß und rund wie ein Medizinball und sein Display zeigt ein freundlich lächelndes Gesicht. „Hallo, ich bin Cimon“, kann der Roboter sagen, weitere rund 1.000 Sätze sind in der Datenbank abgespeichert. Cimon ist eine Art fliegendes Helferlein mit künstlicher Intelligenz, das im Sommer mit dem Astronauten Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation ISS fliegen soll.

Seine Aufgaben: Fragen beantworten, Hintergrundinfos liefern, Videos und Tondateien abspielen, vor Gefahren warnen - und auch für Unterhaltung sorgen. Denn der Name Cimon steht für „Crew Interactive Mobile Companion“ - zu Deutsch etwa: Interaktiver mobiler Begleiter der Besatzung.

Cimon kann in der Schwerelosigkeit frei fliegen und reagiert auf Sprachbefehle. Er hat einen propellerartigen Antrieb, ein acht Zoll großes Display, zwei große Batterien und mehrere Sensoren und Kameras, um navigieren zu können. Gesicht, Stimme und die künstliche Intelligenz sollen ihm eine möglichst menschliche Wirkung verleihen und ihn dadurch zu einer Art Kollegen der Crew machen.

Dafür trainiere Cimon beispielsweise auch, seinen menschlichen Partner - in diesem Fall Alexander Gerst - zu erkennen, etwa durch Stimmbeispiele und Fotos. Und um den Astronauten wirklich für sich einzunehmen, hat Cimon in seiner Datenbank auch die Lieblingsmusik von Gerst gespeichert. Dieser wiederum habe bei der Stimme und dem Display-Gesicht von Cimon mitbestimmen können, damit er sich mit seinem elektronischen Kollegen leichter anfreunden könne. Und falls die Astronauten testen wollen, ob Cimon Humor kennt: Er hat auch ein paar Witze parat.

Die Entwickler um Till Eisenberg nennen den frei fliegenden Roboter derzeit Cimon 1.0 - in weiteren Versionen soll der fliegende Assistent dann auch über mehr Fähigkeiten verfügen. So könnte ein Nachfolgemodell beispielsweise einen Arm erhalten, um etwa Werkzeuge reichen zu können, oder auch einen Laserpointer, um beispielsweise auf eine Schraube zu zeigen, die gedreht werden muss. Oder er könnte am Gesichtsausdruck des Astronauten erkennen, in welcher Stimmung er ist - etwa gestresst oder traurig oder verärgert - und entsprechend darauf reagieren. Dadurch kann Cimon dazu beitragen, Stress bei der Crew abzubauen.

Das ist Cimon:

MAßE: Cimon wiegt rund fünf Kilogramm und misst im Durchmesser 32 Zentimeter.

AUSDAUER: Zwei große Batterien sorgen dafür, dass er rund zwei Stunden lang im Einsatz sein kann.

BEWEGLICHKEIT: Cimon kann seinen Kopf in weniger als 10 Sekunden um 180 Grad drehen - damit kann er beispielsweise auf Fragen der Astronauten mit Kopfnicken oder -schütteln reagieren. Fortbewegen kann er sich mit 0,36 Metern pro Sekunde.

DESIGN: Seine runde Form sorgt unter anderem dafür, dass er bei Zusammenstößen nicht so schnell kaputt geht - und dass er nicht so leicht irgendwelche Knöpfe drücken kann, wenn er versehentlich mal gegen etwas fliegt. Sensoren helfen ihm zudem dabei, sich im Raum zurecht zu finden.

SENDEPAUSE: Per Knopfdruck können die Astronauten den Roboter in einen privaten Modus schalten - dabei werden alle Streams unterbrochen und die Crew erhält ein wenig Privatsphäre. (APA)

Toni Times