22.04.2012, 14:15 

WiesoWeshalbWarum

Warum sich Kinder bewegen wollen

Kein Kind sitzt gerne länger still. Das ist gut so, denn Bewegung ist wichtig für Körper und Seele.
Hüpfen, springen, toben - Bewegung macht viel Spaß. Foto: Shutterstock
Foto:

Du kennst das sicherlich: „Jetzt sitz doch mal still!“. Ein Satz, den Erwachsene gerne sagen. Das mag in bestimmten Situationen auch okay sein, etwa dann wenn du mit deinen Eltern in einem Restaurant bist. Insgesamt ist es aber so, dass es sogar extrem wichtig ist, wenn sich Kinder viel und oft bewegen. Warum? Kinder nehmen die Welt nämlich viel weniger mit dem „Kopf“ auf als ihre Eltern oder Lehrer. Sie lernen viel mehr über Erfahrungen, die sie mit ihrem Körper machen.

Bewegt sich der Körper, entwickelt sich auch das Gehirn gut. Beides hängt zusammen. Deshalb ist die Entwicklung im kindlichen Gehirn und der Seele besonders in den ersten elf Jahren ganz eng mit Erlebnissen, die der Körper macht, verknüpft. Durch Bewegung drücken Kinder auch Gefühle aus. Bewegen sich Kinder in ihrer Kindheit zuwenig, kann so etwas wie eine körperliche und seelische Trauer entstehen, sagen Experten. Durch Bewegung werden Hormone im Körper freigesetzt, die ein gutes Gefühl verströmen. Außerdem wirkt es sich auf die Gesundheit aus, wenn sich Kinder gerne bewegen. Nicht nur, weil Kinder, die sich viel bewegen, weniger oft ganz dick sind. Wer gerne in der frischen Luft und Natur unterwegs ist, stärkt das Abwehrsystem des Körpers. Das heißt, dass dieser dann stärker gegen Krankheiten gerüstet ist. Viel Bewegung ist auch für die Muskeln und das Skelett gut - der Rücken wird stärker.

Es gibt zum Beispiel eine Untersuchung von deutschen Forschern, die zeigt, dass Kinder, die ab und zu über Rücken- und Kopfschmerzen klagen, oft auch zuwenig Bewegung haben. Es hat sich auch gezeigt, dass Buben und Mädchen, die in der Freizeit viel im Freien spielen, toben, rennen und klettern, sich auch besser in der Schule konzentrieren können. Und geschickter sind. Das ist ähnlich wie bei Mathe und Deutsch: Was ich nicht trainiere, kann ich nicht. Leider gibt es heute oft schon Kinder, die sich zum Beispiel schwer tun, einen Purzelbaum zu schlagen oder auf einem Baumstamm ein paar Schritte rückwärts zu gehen.

Wer sich schon als Kind gerne bewegt und Muskeln spürt, mag auch als Erwachsener lieber sporteln. Sport ist allerdings nicht ganz dasselbe wie Bewegung. Da gibt es Unterschiede. Beim Sport geht es vor allem darum etwas gut zu können, Leistung oder Wettbewerb sind hier oft wichtig. Bei der Bewegung geht es nur darum, dass man gerne seinen Körper bewegt. Wenn man älter wird, gehen Bewegung und Sport aber oft ineinander fließen über. Kinder, die von klein auf gerne körperlich aktiv sind, beginnen später oft auch eine Sportart. Auch das kann viel Spaß machen.

(lipi)

Toni Times