30.04.2012, 09:19  Aktualisiert: 30.04.2012, 12:57 

Wildnis

Allein mit Elefanten und Tigern

Stellt euch vor unter Elefanten, Löwen und Tigern zu arbeiten. Für einen Nachtwärter im Zoo gehört das zum Alltag. Das kann aber auch unheimlich sein.
Wir Zoobesucher bekommen die Tiere nur am Tag zu Gesicht. In der Nacht müssen Löwen, Elefanten und Tiger allerdings auch bewacht werden. Foto: shutterstock
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Fast alle sind noch wach. Die Wildesel spielen, die Elefanten stecken die Köpfe zusammen und tröten und der Tiger nimmt ein gemütliches Nachtbad. Es ist überraschend laut, nachts im Zoo.

Jörg Ott geht seine Runde. Der 34-Jährige arbeitet einmal in der Woche als Nachtwächter im Kölner Zoo. „Bei den Elefanten ist immer etwas los“, sagt er. Da könne man in Ruhe beobachten und abschalten. Plötzlich trötet einer der Elefanten. Jörg zuckt nicht einmal, er beobachtet die Gruppe ruhig weiter. Der trötende Elefant steht hinter einem Holztor und steckt immer wieder seinen Rüssel durch die Latten, um die Herde auf der anderen Seite zu berühren. Er ist von den anderen getrennt und wirkt aufgebracht. „Das ist der Krawallmacher“, sagt Jörg und grinst.

Sobald es dunkel wird, ist der Zoo ganz schön unheimlich.

„In der Dämmerung hat man bei den Rundgängen gar keine Angst“, sagt Jörg. Dann sei der Zoo noch genau wie in den zwei Stunden zuvor. Bei Dunkelheit aber sei jedes Geräusch erschreckend. In der ersten Zeit rette man sich schnell hinter Gittertore, wenn der Löwe brüllt.

Auch den Gehegen hat er anfangs nicht vertraut. Besonders beim Nashorn misstraute er der Glaswand. „Das sieht doch aus, als würde es Anlauf nehmen und rausrennen!“ Und die riesigen Bisons könnten zwar nicht ausbrechen, sich aber sehr wohl mit den Vorderhufen auf das Gehegegitter stellen und dabei sehr bedrohlich aussehen. Erst nach vier Monaten habe er endlich ohne Angst seine Runden drehen können.

In dieser Nacht ist jeder, wo er hingehört, nur eine Ente ist auf Besuch im Pinguin-Becken. Die nächste Runde steht Jörg um Mitternacht bevor. Bis dahin dürften die meisten Zoobewohner schlafen gegangen sein. Nur Wildesel, die halten nicht viel von der Nachtruhe. Die Herde läuft, nachts auch ihre Runden.

(dpa)

Toni Times