26.06.2012, 10:39  Aktualisiert: 27.06.2012, 12:18 

Wildnis

Was Schweine wollen

Der Niederländer Kees Scheepens ist der Mann, dem die Schweine vertrauen. Er versteht ihre Körpersprache und ihre Grunzlaute. Manchmal kostet er sogar ihr Futter.
Das macht Schweine glücklich: Kees Scheepens sorgt für ein gemütliches Umfeld im Stall. Fotos: dpa
Foto: dpa/Friso Gentsch
     

„Rupp Rupp“ grunzt das Schwein. Die riesige Sau wirft den Kopf herum. Das Tier blickt zornig. Denn Kees Scheepens hat etwas vom Tierfutter in den Mund genommen. Scheepens lässt sich das Futter auf der Zunge zergehen. Schweine sind wählerisch wie Menschen. Wenn das Futter nicht schmeckt, lassen sie es stehen.

Scheepens ist „Schweineflüsterer“. In den vergangenen 26 Jahren hat der Tierarzt in jedem Land Europas Ställe besucht und am Verhalten abgelesen, ob Tiere gesund sind. „Ich habe fünf Millionen Schweine gesehen. Aber an diesen Geruch werde ich mich nie gewöhnen.“

Der Mann, dem die Schweine vertrauen, ist in Deutschland zu Gast. Hier hat ein Bauer Sorgen. Er muss seinen Sauen häufig bei der Geburt helfen. Der betrachtet ruhig die Tiere. Er sucht nach Auffälligkeiten, schaut, ob die Ferkel sich übereinander türmen. „Dann ist ihnen zu kalt.“ Eine Fußbodenheizung versorgt sie mit Wärme. Doch der Experte will sicher gehen und überprüft den Luftzug im Stall.

Wenn sich die Tiere in ihrem Stall wohl fühlen sind sie auch weniger krank. So hat der „Schweineflüsterer“ schon vielen Schweinen geholfen. Scheepens sagt, es habe sich schon sehr viel getan in Europas Ställen.

(dpa)

Toni Times