Genuss
Acht ganz besondere Köche
Ramsau – In der Kantine der Lebenshilfe im Haus des Miteinanders in Ramsau wird bereits in der Früh fleißig gewerkelt: Acht Menschen mit Behinderung und ihre zwei Betreuerinnen Maria Dollinger sowie Meike Nicole Franke schnipseln, rühren und kochen, wollen doch im Laufe des Tages viele hungrige Mäuler zufriedengestellt werden.
So bekommen etwa rund 60 Kindergarten- und 75 Volksschulkinder der Zillertaler Gemeinde eine besondere Jause zugestellt – die Kleinsten täglich, die Schüler einmal in der Woche. „Vollkornbrote, Obstsalat, Gemüsesticks mit Joghurt und Topfen“, zählt Renate Zwerger, Leiterin des Arbeitsverbundes Zillertal der Lebenshilfe Tirol auf.
Gesunde Kost, die nicht nur bei den Kleinsten der Gemeinde gut ankommt. „Die Eltern sind froh über die ernährungsbewusste Jause. Zudem zahlen sie dafür pro Kind und Tag nur 50 Cent“, sagt Bürgermeister Friedrich Steiner. Einigen der Kindergartenkinder wird die Jause sogar von den Lebenshilfe-Mitarbeitern persönlich vorbeigebracht: Weil sich nämlich einer der zwei Ramsauer Kindergärten ebenfalls im Haus des Miteinanders befindet „und unsere Kinder daher keine Scheu vor den Menschen mit Behinderung haben“, weiß Steiner.
Berührungsängste, die bei Erwachsenen schon eher vorhanden sind. Neben der gesunden Jause bereiten die Lebenshilfe-Mitarbeiter nämlich täglich das Mittagessen zu – nicht nur für die nahegelegene Lebenshilfe-Werkstätte, Volksschulkinder bzw. Pensionisten im Rahmen von Essen auf Rädern. Die Kantine kann auch öffentlich aufgesucht werden. „Unlängst hatten wir Mitarbeiter einer Baufirma zum Essen, die nicht genau wussten, was sie erwartet. Aber unser gutes Essen und das freundliche Team sorgten bald für Begeisterung“, freut sich Dollinger.
Für die Menschen mit Behinderung eine schöne Bestätigung. „Sie arbeiten unter realen Arbeitsbedingungen und können wertvolle Erfahrungen für ihre Entwicklung sammeln“, sagt Zwerger.
Kein Wunder also, dass auch die fleißigen Köche voll motiviert sind. „Ich arbeite gern hier und habe meinen Traumjob gefunden“, erzählt Claudia. Und ihre Kollegin Caroline hat bereits eine ganz professionelle Einstellung: „Was mir angeschafft wird, das tue ich. Wir sind ein Team.“ (i.r.)


