Familie
Kinder leiden immer häufiger an Kopfschmerzen
![]()
Kinder leiden auch häufig unter Migräne.Foto: Shutterstock
Foto:
|
||
Auf einem Blatt Papier kann Dorothee ihre Migräne am besten beschreiben. „Kinder können oft schwer sagen, was ihnen weh tut, die Zeichnungen helfen ihnen, ihre Schmerzen besser zu beschreiben“, erklärt Kevin Rostásy, Leiter der Neuropädiatrie der Kinderklinik Innsbruck.
Dass Kinder oder Jugendliche an Kopfschmerzen leiden, ist keine Seltenheit. In den allermeisten Fällen sind Spannungskopfschmerzen und Migräne für das Leiden verantwortlich.
Bei Spannungskopfschmerz handelt es sich um druckartig ziehende, beidseitige Schmerzen, die sich bei Belastung nicht verschlimmern. Migräne äußert sich pulsierend einseitig, verschlechtert sich bei Belastung, wechselt von Mal zu Mal die Seiten und geht im Gegensatz zu Erwachsenen meist ohne neurologische Vorzeichen, einher. In beiden Fällen leiden die Betroffenen oft unter Lichtempfindlichkeit und Übelkeit.
Migräne und Spannungskopfschmerzen sind aber gut behandelbar. Oft helfen einige Stunden Schlaf oder die Gabe von Ibuprofen in einer adäquaten Dosis im Akutfall. Medikamente sollten allerdings sparsam eingesetzt werden. Wichtiger ist es, der Ursache auf den Grund zu gehen. Daher ist es ratsam, einen Kopfschmerzkalender zu führen, in dem Symptome und Häufigkeit der Beschwerden eingetragen werden. So ist es leichter, die Auslöser zu finden, die für das Pochen im Kopf verantwortlich sind.
Welche Faktoren können besonders bei Kindern Kopfschmerzen verursachen?
Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, zu wenig Trinken, das Auslassen von Mahlzeiten, zuckerhaltige Nahrung oder Zusatzstoffe in Lebensmitteln, Stress in der Schule, Konflikte in der Familie, Wetterfühligkeit oder Ängste, Leseschwächen, aber auch Fehlhaltungen.
Bestimmte Verhaltensmaßnahmen zu ändern, sei ein erster Schritt, um die Qualen zu lindern. Öfters kleine Pausen machen, rechtzeitig aufstehen und ins Bett gehen oder bestimmte Lebensmittel vermeiden zählen genauso dazu wie Bewegung. Studien zeigen, dass vor allem Sport zur Besserung führt. Kinder, die in der migränefreien Zeit trainieren, würden demnach deutlich weniger Schmerzen haben. Zudem können Entspannungstechniken helfen, das Leiden in den Griff zu bekommen. (TT)




