Familie
Kindern fehlt der Blick für die Gefahr
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Erst mit zehn bis zwölf Jahren können Kinder die Verkehrssituation richtig einschätzen. Foto: Keystone
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Kinder können erst mit zehn Jahren die Gefährlichkeit von Verkehrssituationen einigermaßen richtig einschätzen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von „Große schützen Kleine“ in der Steiermark. „Im zweiten Schuljahr beurteilen Kinder die Situation nicht wesentlich besser als im ersten“, warnte der Grazer Kinderchirurg und Präsident von „Große schützen Kleine“, Michael Höllwarth.
Im Schnitt habe sich gezeigt, dass nur drei von vier Verkehrssituationen, die rund 300 Kindern aus drei Volksschulen der Steiermark „am Verkehrsteppich“ vorgeführt wurden, richtig eingeschätzt werden konnten. Sieben- und Achtjährige beurteilten die individuellen Situationen jeweils nur zu knapp 70 Prozent richtig. Erst mit steigendem Alter kam es zu einer Verbesserung.
Erst mit zehn bis zwölf Jahren sind ist die Entwicklung der Fähigkeiten wie abstraktes Denken, Raum- und Zeitverständnis, Sehen, Hören, Verständnis für Ursache und Wirkung, abgeschlossen. Erst dann können die Gefahren im Straßenverkehr richtig eingeschätzt werden.
Wichtigstes Beurteilungskriterium der Kinder, ob eine Situation unsicher ist, sei das optische Vorhandensein eines Autos. Der jeweilige „Blickwinkel“ und die noch nicht ausgereifte Fähigkeit, die gesamte Situation - samt möglicherweise gerade verdecktem Fahrzeug - weiterzudenken, mache das größte Risiko der Fehleinschätzung und eines möglichen Unfalls aus. In diesem Zusammenhang warnte Höllwarth Eltern davor, den bereits mäßig verkehrserprobten Zweitklässler zu viel zuzutrauen: „Diese Gruppe wird von den Eltern am meisten überschätzt. Das Kennen der Verkehrsregeln und das Beherrschen eine bekanntes Weges, wie zum Beispiel jenem zur Schule, heißt noch nicht, dass auch ein neuer Weg und eine neue Situation sicher bewältigt werden.“
(APA)




