06.08.2012, 08:47  Aktualisiert: 07.08.2012, 12:59 

Familie

Mit Strandspielzeug ist nicht zu spaßen

Der TÜV stellt Billig-Strandspielzeug kein gutes Zeugnis aus. Die Souvenirs weisen teils schwere Mängel auf.
Strandspielzeug gehört für viele Kinder im Urlaub dazu. Einige der Souvenirs stellen laut TÜV aber ein Sicherheitsrisiko dar. Foto: panthermedia
Foto: PantherMedia / Ingrid Balabanova

Viele Urlauber lassen sich am Strand zum Kauf von Billig-Spielzeug wie Plastikschaufeln, -autos oder Gummibällen verführen. Was mancher ahnt, bestätigt ein Test des deutschen TÜV: Das Zeug ist nicht selten Schrott. Doch mehr als das – einige Souvenirs sind sogar gefährlich.

Zuhause würde man diese Sachen meistens nicht anrühren. „Die Hemmschwelle gerade im Urlaub ist äußerst gering. Da will man kein Spielverderber sein und kauft das, auch wenn man weiß, dass das nicht ewig halten wird“, weiß TÜV-Sprecher Ralf Diekmann.

Der TÜV Rheinland kaufte in Spanien, Italien und den Niederlanden, aber auch an der deutschen Nordseeküste rund um Wilhelmshaven, Cuxhaven und auf den ostfriesischen Inseln ein. In Laboratorien in Köln und Nürnberg wurden die Mitbringsel getestet.

Gummibälle enthielten Weichmacher und Stofftiere verloren leicht die Augen, stellten die Prüfer unter anderem fest. Bei batteriebetriebenen Stofftieren waren die Fächer zum Teil nicht gesichert, so dass kleine Kinder die Batterien im schlimmsten Fall verschlucken könnten. Diekmann: „Einige Spielzeuge sind auch durch die Brandprüfung gefallen.“ Ihr Fell fing zu schnell Feuer.

Die Bilanz: Von insgesamt 45 gekauften Spielzeugen hielten 28 den mechanischen und chemischen Anforderungen nicht stand. Sie erfüllten nicht die Vorgaben der EU-Spielzeugrichtlinie. „Diese Produkte stellen ein Sicherheitsrisiko für Kinder dar und dürfen so nicht verkauft werden“, sagte TÜV-Vorstandsmitglied Ralf Wilde.

Die Qualitätsmängel bestünden aber unabhängig vom Einkaufsland – sie finden sich überall. „Die mangelhafte Sicherheit von billigen Freizeitartikeln ist ein europäisches Problem, kein nationales“, so Wilde. Es existierten zwar klare europäische Regelungen, das Problem sei jedoch der Vollzug. „Da gibt es kaum wirksame Kontrollen der Produkte. Hier muss sich etwas ändern.“

(APA, dpa)

Toni Times