25.03.2013, 09:10  Aktualisiert: 25.03.2013, 09:28 

Wildnis

Der Hai ist gefährlich, aber auch sehr nützlich

Menschen fürchten den Hai, weil er tötet. Aber wenige wissen, wie wichtig er für den Kreislauf der Natur ist.

Wien – Haie sind gefürchtete Tiere. Sie stehen an der Spitze der Nahrungsnetze aller Ökosysteme im Meer, das bedeutet, sie sind die, die die anderen fressen. Würde man sie ausrotteten hätte das aber schreckliche Folgen. Das Gleichgewicht des Meeres würde zerstört.

Jürgen Kriwet, der Vizedekan der Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie der Universität Wien, betont, dass die meisten Probleme mit den Tieren hausgemacht sind. So sind zum Beispiel am roten Meer Haie dadurch angelockt worden, dass tote Schafe ins Meer gekippt wurden. Wenn dann ein Mensch verletzt wird, brauche man sich nicht wunder. Die Menschen haben die Haie ja auch angelockt.

Auch der Mensch sei Schuld, wenn der Lebensraum der Haie so stark verschmutzt wird, dass sie keine Nahrung mehr finden. Dann kommen eben früher oder später Menschen zu Schaden.

Aber aus Angst vor den Haien diese zu töten, sei keine Lösung, betont der Wissenschafter. „Sorgt der Mensch dafür, dass Haie aussterben, nimmt man sie aus den Nahrungsnetzen heraus. Diese werden dadurch von oben nach unten komplett gestört und verändert, was deren kompletten Kollaps zur Folge hätte“, so Kriwet. Und dieser Kollaps hätte dramatische Auswirkungen auf den Menschen. Denn durch das Verschwinden der Haie verschwinden längerfristig auch die Fische: Ohne die Haie als „Kontrollore“ würden sich die anderen Fische zunächst zu stark vermehren und sich damit praktisch selbst die Lebensgrundlagen wegfressen. Das hätte neben dem Fischbestand auch negative Auswirkungen auf das Klima: Das den Tieren als Nahrung dienende Phytoplankton würde sich ohne sie ausbreiten, was Auswirkungen auf die Sauerstoffproduktion und den CO2-Gehalt der Atmosphäre hätte. (APA)

Toni Times