Landeck
Woher Geld für Verbauung kommen soll, ist noch offen
Von Melanie Plangger
Kappl – Die Nacht vom 12. auf den 13. Juli werden die Anrainer des Diasbaches in Kappl wohl nicht so schnell vergessen – führten doch heftige Regenfälle und ein Hagelschlag zu einer großen Mure, die die Ortsteile Diasbach und Lochau verwüstete. Pkw wurden verschüttet, Keller überflutet, Straßen und Brücken beschädigt. Die Katastrophe hätte wohl noch schlimmere Folgen gezeitigt, wären durch die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) nicht Jahre zuvor Verbauungen im Mittellauf sowie eine Verbreiterung des Bachbettes erfolgt.
Um Kappl vor derartigen Naturereignissen zu schützen, sollen die Bäche weiter in Fesseln gelegt werden. Zurzeit plant die WLV weitere Schutzmaßnahmen, bis Herbst soll ein Projekt eingereicht werden. Schwerpunkt wird eine Fortsetzung der Mittellaufstaffelung sein, die sich im unteren Teil bereits bewährt hat.
„Die Erosionen werden immer größer. Wenn man in diesem Bereich untätig bleibt, geht es immer weiter“, meint der WLV-Gebietsleiter im Oberinntal, Christian Weber. Was allerdings für die notwendigen Maßnahmen gebraucht wird, ist Geld – und davon gibt es im Jahr der Budgetsanierung, 2011, weniger denn je. Umweltminister Niki Berlakovich, in dessen Ministerium die WLV angesiedelt ist, war am Freitag in Kappl zu Gast. Zu Finanzierungsfragen blieb er vage: „Wir werden erst einmal sehen, wie viel das Projekt kostet, dann muss man über die Finanzierung reden“, meinte er mit Blick auf ein Budget, das „sicher nicht steigen wird“. Gebietsbauleiter Weber beruhigt die Kappler: „Wir müssen eine Prioritätenreihung vornehmen und schauen, dass das Geld dorthin geht, wo man den größten Nutzen daraus zieht. Kappl steht auf der Prioritätenliste weit oben.“
Schon heuer musste Weber mit knappem Budget umgehen lernen: So mussten die Sofortmaßnahmen, wie die Räumung des Bachbettes oder die Verhinderung von Folgeschäden, vorläufig aus dem Budget der Gebietsbauleitung entnommen werden. „Das tut weh, da fehlt es dann irgendwo anders“, meint der Gebietsbauleiter. Die Budgetmittel werden ihm dann wahrscheinlich aus der Notreserve, die nach der Hochwasserperiode im September aufgelöst wird, ersetzt.
Fertig gestellt werden soll heuer der Lawinenauffang am Diasbach, an dem schon seit mehreren Jahren gebaut wird. Laut Weber dürfte es sich dabei um „den größten Lawinenauffgang weltweit“ handeln.




