Innsbruck

Sa, 19.06.2010 | 22:05 Uhr

Anrainer rüsten sich auf der Hungerburg

Wohnblöcke sind den Anrainern auf der Hungerburg ein Dorn im Auge. Sie setzen sich zur Wehr.

Auf der Hungerburg oberhalb von Innsbruck wehren sich die Anrainer gegen Wohnblöcke.Foto: Paumgartten

Innsbruck – Einfamilienhäuser und Villen zieren seit jeher die Gegend auf der Hungerburg oberhalb von Innsbruck. Nur vereinzelte Wohnanlagen wurden dort bisher gebaut. Geht es nach den Anrainern, dann soll das auch in Zukunft so bleiben. Denn sie befürchten nicht nur eine geringere Lebensqualität, sondern auch einen Wertverlust ihrer Grundstücke und Immobilien und eine „Entwertung ihres Lebensraumes“.

Deshalb zeigen sich die Hungerburger kämpferisch: „Wir überlassen das Feld nicht den Bauträgern“, kündigte Anrainer und Obmann des Vereins „Initiative Baukultur Hungerburg“, Martin Schuster, am Freitagabend bei der Generalversammlung des Vereins an.

Ein geplantes Projekt – die so genannte Verbauung von Mariabrunn – konnten die Anrainer mit ihrem Einsatz bereits auf Eis legen. Wie die TT berichtete, hatten die Hungerburger Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingelegt und damit den Bau der Wohnanlage mit zehn Einheiten in zwei dreistöckigen Bauten bisher verhindern können. Die Baudichte wäre dort mit 2,3 weit über den für die Gegend sonst üblichen 1,1 gelegen.

Derzeit gibt es für die Hungerburg laut Schuster zwar keine aktuellen Bauvorhaben. Doch der Verein „Initiative Baukultur Hungerburg“ lässt lieber Vorsicht walten und hat Freitagabend eine Petition beschlossen, die demnächst eingereicht werden soll. Denn die Hungerburger gehen davon aus, dass in Zukunft mit weiteren Bauvorhaben zu rechnen ist. Und dabei wollen sie sich gegen eine zu dichte Bauweise wappnen.

„Deshalb fordern wir, dass die Baudichte nicht mehr für einzelne Parzellen angepasst werden kann, sondern für einen ganzen Ortsteil gültig ist“, nennt Schuster einen Punkt der Petition. Vor allem sollen die bestehenden gesetzlichen Schlupflöcher ausgemerzt werden, wünscht sich der Obmann des Vereins. „Wir sind nicht generell gegen Bauträger, aber wir wollen, dass alle gleich behandelt werden und für alle die gleichen Bedingungen bei Bauvorhaben herrschen“, unterstrich er. (mare)

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