International
Tote bei Demonstration an der Grenze zu Tibet
Peking – Bei einem Protest gegen die Erweiterung einer Goldmine haben chinesische Polizisten laut Medienberichten auf tibetische Demonstranten geschossen und mindestens vier von ihnen getötet. 30 weitere wurden demnach verletzt.
Die Demonstranten hätten nahe der tibetisch-chinesischen Grenze gegen die Erweiterung der Mine und daraus folgende Umweltschäden protestiert, berichtete der von den USA finanzierte Sender Radio Free Asia am Samstag unter Berufung auf Exil-Tibeter.
Der Vorfall in der südwestchinesischen Provinz Sichuan soll sich bereits am 17. August zugetragen haben, wurde aber erst jetzt bekannt. Das pro-tibetanische Webportal phayul.com meldete abweichend davon nur drei Todesopfer.
Vor dem Zwischenfall hätten demnach rund 100 Tibeter vor den Gebäuden der Bezirksregierung in Baiyü in der Präfektur Ganzi demonstriert. Radio Free Asia berichtete, der Anlass für die Proteste sei der Transport von schwerem Bergbaugerät gewesen, bei dem Felder zerstört worden seien.
Am dritten Tag hätten die Behörden etliche Demonstranten festgenommen, woraufhin die Lage eskaliert sei. Dabei seien auch zwei Polizisten verletzt worden. Ein Polizist im Büro für öffentliche Sicherheit der Präfektur Ganzi erklärte telefonisch, er wisse nichts von dem Vorfall. Andere Behörden waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Präfektur ist seit Jahren ein Brennpunkt tibetischen Protests. Nach den regierungskritischen Kundgebungen in Tibet im Frühjahr 2008 kam es in Ganzi zu einigen der gewaltsamsten Auseinandersetzungen. (apn)
aktualisiert: Do, 17.02.2011 09:58




