Osttirol
Motocrosser beunruhigen Wanderer
Von Sabine Kuess
Osttirol – Häufig sind Wanderer betroffen: Sie schrecken auf, wenn die Stille im Wald von aufheulenden Motoren unterbrochen wird. Vielerorts gibt es Probleme mit illegalen Motocrossfahrern, auch im Bezirk Lienz. „Es gibt punktuelle Probleme. Häufig in Nahbereichen zu Ballungszentren fahren oftmals Jugendliche mit ihren Maschinen durch den Wald“, bestätigt Bezirksförster Erich Gollmitzer eine Anfrage der Tiroler Tageszeitung.
Im Debanttal, am Lienzer Schlossberg sowie in Oberlienz komme es beispielsweise immer wieder zu Fahrten im Gelände. Meist seien die Motocrosser kleinere Gruppen von jugendlichen Einheimischen, die sich nicht an das Fahrverbot halten, sagt er. „Ich habe selbst unlängst wieder drei Fahrer aufgehalten, meistens sind sie einsichtig“, erzählt Gollmitzer.
Motocross fahren in Wäldern sei verboten, auch auf Steigen, informiert er. Die Förster seien sehr streng und gehen Beschwerden auch nach. „Es ist aber Fingerspitzengefühl gefragt, ein Wanderer sollte nicht alles, was ihn im Wald stört, gleich zur Anzeige bringen“, sagt der Bezirksförster und betont, dass es auch ein bisschen ein Miteinander braucht.
Betroffen von Motocrossfahrern sind nicht nur Wanderer, auch für Jäger ist der Lärm im Wald beeinträchtigend. Das Wild wird durch die illegalen Motocrossfahrer vor allem beunruhigt. Kein Verständnis zeigt Gollmitzer, wenn Motocrossfahrer – aber auch Mountainbiker – auf ausgewiesenen Wanderwegen unterwegs sind: „Dort haben sie absolut keine Berechtigung zu fahren, hier geht es auch um Sicherheit.“ Die Förster versuchen, vor allem durch Aufklärung bei Jugendlichen das Problem zu lösen. „Ich habe bisher den Eindruck, dass das gut akzeptiert wird und die Betroffenen auch einsichtig sind. Leider gibt es natürlich überall Unbelehrbare“, erklärt Gollmitzer und ergänzt: „Wir strafen ab, aber nicht gleich beim ersten Mal.“ Das Aufgreifen der Motorsportler sei manchmal ein Problem, denn viele fahren ohne Kennzeichen. Es gelinge nicht immer, sie dingfest zu machen.
Bisherige Bestrebungen, einen offiziellen Platz für die Motocrosser zu finden, scheiterten, die TT berichtete. „Das Tiroler Naturschutzgesetz schiebt dem einen Riegel vor. Es gibt keine dezitierte Ausweichstrecke, auf die wir verweisen können“, erklärt Gollmitzer.




