26.07.2010

Osttirol

Hornusser sind hart im Nehmen

Schweizer Traditionssport begeisterte trotz Regen das Publikum in St. Jakob.

St. Jakob – Eine in der Schweiz sehr traditionelle, aber auch recht einzigartige Sportart konnten Interessierte am Wochenende in St. Jakob beim Hotel Unterlechner mitverfolgen. Die Hornussergesellschaft Wäseli aus der Nähe von Bern begeisterte trotz des Regens mit einem Schauhornussen.

„Durch einen Gast wurde ich auf diese Sportart aufmerksam. Die HG Wäseli sponsere ich nun die zweite Saison. Sie sind neunfacher Schweizer Meister im Hornussen“, erklärt Hotelier Andreas Unterlechner.

Zum Hornussen braucht es eine Abschlagbahn, ein freies Feld, da die Hornussen mit über 300 km/h ca. 300 Meter weit fliegen, einen Stecken zum Abschlagen und Schindeln (Tafeln), mit denen die gegnerische Mannschaft versucht, die Hornussen (eine Art von Puck) in der Luft abzufangen. Die Noussen sind genormt und werden vom Eidgenössischen Hornussenamt abgenommen.

„Es handelt sich um ein altes Brauchtum, das früher eigentlich nur die Bauern im Emmental ausübten“, erklärt Martin Schär, Präsident der Hornussengesellschaft. 80 Mitglieder hat der Verein und über 30 davon verbrachten bis zu einer Woche in St. Jakob, um einerseits ein paar Urlaubstage dort zu verbringen und andererseits den Tirolern das Hornussen zu zeigen.

St. Jakobs Bürgermeister Leo Niedermoser und Tourismusverband-Geschäftsführer Toni Wurzrainer zeigten sich begeistert und so wird St. Jakob wohl auch im nächsten Jahr auf den Schaufeln der HG Wälis präsent sein.

„Wir absolvieren 15 Meisterschaftsrunden und sind auch sonst jede Woche irgendwo beim Spielen. Ich denke, das ist für uns beide eine sehr gute Kooperation“, sind sich Unterlechner und Schär einig. (be)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 26.07.2010
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