24.08.2010

Imst

Kriminaltouristen bei dritter Großfahndung verhaftet

Die Serieneinbrecher aus Italien, die bereits zwei Mal durchs Fahndungsnetz schlüpften, wagten sich erneut nach Tirol. Doch diesmal ging es schief.
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Von Thomas Hörmann

Imst – Moldawier, die in Italien wohnen und in Tirol einbrechen: So lautet das Profil jener Kriminaltouristen, die in der Nacht zum Montag zum dritten Mal innerhalb eines Monats eine Großfahndung in Tirol auslösten. Eine Fahndung, die diesmal mit einem Erfolg endete – die Polizei konnte drei Verdächtigen festnehmen.

Es war Montag gegen zwei Uhr, als Polizisten im Imster Zentrum einen Ford Escort mit italienischem Kennzeichen anhalten wollten. Zunächst erfolglos, der Lenker flüchtete 500 Meter weiter und stoppte in der Langgasse den Wagen. Vier dunkle Gestalten sprangen aus dem Ford und suchten zu Fuß das Weite. „Wir haben sofort eine Großfahndung eingeleitet“, schildert Herbert Ladner vom Polizeibezirkskommando in Imst. 30 Beamte und zwei Suchhunde durchkämmten die Gegend, am Himmel kreiste der Polizeihubschrauber.

Schließlich war‘s eine Zeugin, die den entscheidenden Hinweis lieferte und einen Schlafenden auf einer Parkbank meldete. Volltreffer – die Beamten konnten den Mann widerstandslos festnehmen. Knapp vor halb zehn Uhr abends klickten dann erneut die Handschellen – ein zweiter Mann ging der Polizei ins Netz. Er war genauso wie sein Komplize, der wenig später gefasst wurde, in einem Maisacker versteckt. Nach einem vierten Mann wird immer noch gesucht.

Die Verdächtigen dürften zu einer Gruppe Moldawier gehören, die bereits seit Wochen in Tirol als Kriminaltouristen unterwegs sind. Nach einer Einbruchsserie in Wohnhäuser, Fabriken, Firmen und Tankstellen konnten die Beamten Ende Juli bei Telfs einen verdächtigen Moldawier mit einem gestohlenen Auto festnehmen. Wenige Stunden später stoppten Polizisten ebenfalls in Telfs einen gestohlenen VW Golf. Den Insassen gelang allerdings zu Fuß die Flucht.

Ein Kunststück, das vermutlich dieselben Verdächtigen zwei Tage später bei der Mautstelle in Schönberg wiederholen konnten. Wieder ließen die beiden Insassen das Auto stehen und tauchten zu Fuß in der Dunkelheit unter. Die Alarmfahndung musste ergebnislos abgebrochen werden.

Anstatt Tirol zumindest für einige Zeit den Rücken zu kehren, schlugen vermutlich dieselben Täter in der Nacht zum 1. August wieder zu. Diesmal in Gries am Brenner – die Einbrecher schlichen sich in ein unversperrtes Bauernhaus, stahlen einen Bildschirm sowie einen Autoschlüssel und fuhren mit dem Ford Escort der Geschädigten davon.

In Imst schloss sich jetzt der Kreis – der Ford aus Gries, inzwischen mit gestohlenen italienischen Kennzeichen versehen, ist jenes Auto, mit dem die Moldawier Montagnacht vor der Polizei die Flucht ergriffen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 24.08.2010
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