Konzert
Mit Glühwürmchen durch Jónsis Klangwelten
Von Cornelia Ritzer
Wien – Jónsi, der hauptberuflich bei Islands bekanntesten Melancholikern Sigur Rós singt, stellte seine erste Soloplatte „Go“ am Samstag in der ausverkauften Wiener Arena vor. Den Anfang macht das ruhige „Stars in still water“. Ein zerbrechlich wirkender Mann, seine Gitarre und seine typische Falsettstimme – mehr brauchte es nicht, um das Publikum zu verzaubern. Ruhig ging‘s weiter mit „Icicle Sleeves“ und „Hengilás“, einer der zwei Songs auf „Go“, die Jónsi in Isländisch singt.
Was bei Sigur Rós elegisch bis zur Schmerzgrenze ist, wird bei Jónsi spielerischer. Seine Songs sind poppiger, meinte der Musiker in einem Interview. Eine gewöhnliche Pop- oder Rockshow gab‘s aber nicht zu sehen. Im mit Bändern verzierten Kostüm und mit Federn in den Haaren steht Jónsi meist mit geschlossenen Augen vor dem Mikro, dahinter die Leinwand, auf die Märchenhaftes projiziert wird. Da fliegen Vögel und Bienen vorbei, Bäume verlieren ihre Blätter, Glühwürmchen leuchten und Spinnen krabbeln. Viel zu Sehen und zum Staunen. Energievoll und rhythmischer ist dann der Mittelteil mit „Go Do“ und dem mitreißenden „Boy Lillikoi“. Und als Jónsi endlich ein „Thank you“ und ein paar Worte ans Publikum richtet, sind alle glücklich. Nach der Zugabe gab‘s von der Band eine Verbeugung und Applaus. Ein Konzert, das gewiss in Erinnerung bleibt.




