Innsbruck Land
Monster unterm Bett, Revolution im Beat
Hall – Manchmal langt ein Song – und man ist mittendrin in einem Album und drauf und dran, diesen einen Song zum Ohrwurm zu erheben. Im Fall von „Tauwetter“ (rufzeichen records, trost), dem zweiten Longplayer von Mieze Medusa & Tenderboy, ist Track 9 dieser Song, den man einfach nicht mehr aus den Gehörgängen bekommt. Dabei klingt die Nummer „Angst essen Seele auf“, die ihren Titel von Fassbinders gleichnamigem Kultfilm stibitzt hat, ziemlich unheimlich. Was wiederum auf die Kappe von Didi Bruckmayr geht, der das Zeug zum Monsterimitator hat. Diese lauern übrigens – wie wir immer schon ahnten – unter unseren Betten. Ab sofort brauchen wir uns aber nicht mehr zu fürchten, die knurrenden Kerlchen wollen nur spielen.
Wort- und beatreich sind auch die übrigen 13 Songs, die um zu lange Nächte, daran geknüpfte Hangovers, Alltagssorgen, Freundschaft, Arbeitskrisen und ganz viele Liebe kreisen. Dazwischen streuen die Protestsongcontestsieger des Jahres 2007 „Mutmaßungen über sechs acht“ ein, die nicht nur Alt-68ern gefallen dürften. Mal poetisch, mal brachial ehrlich, nehmen einen die Songs auf eine Reise mit, die komischerweise bei einem selbst endet. Und bei Track 9 leider dazu führt, dass man angsterfüllt unters Bett linst. (fach)




