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USA: Europa muss aufrüsten
Washington – In Europa seien „große Teile der Öffentlichkeit und der politischen Klasse militärischer Gewalt und den damit verbundenen Risiken gegenüber abgeneigt“, kritisierte Pentagon-Chef Robert Gates in einer Rede an der National Defence University in Washington. Dies gefährde Frieden und Stabilität.
Gates sprach von einer „Entmilitarisierung“ Europas, die sich „von einem Segen im 20. Jahrhundert zu einem Hindernis für echte Sicherheit und dauerhaften Frieden im 21. Jahrhundert“ gewandelt habe. Gates warnte, echte oder empfundene Schwäche könnte feindliche Kräfte „zu Fehlkalkulationen und Aggression“ verleiten.
Auch die NATO stehe deshalb vor „sehr ernsthaften, langfristigen, systemischen Problemen“, fuhr Gates fort. Dass es die Allianz nicht schaffe, Hubschrauber und Frachtflugzeuge für den Krieg in Afghanistan zu finanzieren, habe „direkte Auswirkungen auf die Operationen dort“.
Viele europäische Länder investierten zu wenig Geld in ihre Streitkräfte und deren Ausrüstung. Dies mache es „schwierig, gemeinsame Bedrohungen gemeinsam zu bekämpfen“. Nur fünf der 28 NATO-Staaten erfüllten das Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auszugeben.
Der Unterschied bei den Militärausgaben und der Bereitschaft zum Einsatz des Militärs war bereits in den vergangenen Jahren ein transatlantisches Konfliktthema. Nach Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI gab die NATO im Jahr 2008 insgesamt 950 Billionen US-Dollar für Verteidigung aus. Davon entfielen allein auf die Vereinigten Staaten 607 Billionen US-Dollar.
Die Kluft zwischen Europäern und Amerikanern ist durch die Kriege im Irak und in Afghanistan noch breiter geworden als vor 9/11. Militärexperten warnen zudem, dass die technologischen Unterschiede gemeinsame Einsätze der transatlantischen Partner immer schwieriger machen. (TT, dpa)




