Innsbruck
63 % der Beamten gehen so früh wie möglich in Pension
Von Peter Nindler
Innsbruck – Das Land Tirol beschäftigte zum Ende des Vorjahres 17.999 Dienstnehmer und leistete für 7341 Pensionisten Beiträge. In dem vorliegenden Rechnungsabschluss für 2009 hat der Landesrechnungshof einmal mehr das Pensionssystem der Tiroler Landesverwaltung analysiert. Tirol hat sich für einen eigenen Weg entschieden: Seit zwei Jahren wird das Pesionseintrittsalter von 61,5 Jahren schrittweise um jeweils einen Monat angehoben. Ab dem Jahr 2022 soll dann das Regelpensionsalter von 65 Jahren erreicht werden.
Doch derzeit ist man selbst vom regulären Pensionseintrittsalter weit entfernt. So betrug das durchschnittliche Pensionsübertrittsalter im Vorjahr 59,6 Jahre und ist gegenüber dem Jahr 2008 um zwölf Monate gesunken. 2005 gingen die Landesbediensteten im Durchschnitt erst sogar mit 61,6 Jahren in die Rente. Auffällig ist auch, dass im Vorjahr kein Landesbeamter, der in Pension ging, 65 Jahre alt war. 20 Prozent sind aus Krankheitsgründen vorzeitig ausgeschieden und 17 Prozent nach dem frühestmöglichen Zeitpunkt. Allerdings verabschiedeten sich 63 Prozent so früh wie möglich in den Ruhestand. Dazu heißt es im Bericht des Landesrechnungshofes: „Der Anteil der Beamten, die freiwillig länger arbeiten, betrug im Jahr 2009 17 Prozent, wobei diese längere Arbeitszeit aber nur wenige Monate – bis maximal 62 Jahre und ein Monat – betragen hat.“
Insgesamt merkt der Rechnungshof kritisch an, dass die Ruhestandsversetzungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt in den vergangenen zwei Jahren deutlich angestiegen sind – 2009: 63 Prozent, 2008: 67 Prozent. Vor drei Jahren betrug der Prozentsatz lediglich 43 Prozent.
Einen absoluten Höchststand haben die Krankenstandstage pro Bedienstetem erreicht. Durchschnittlich gab es im Vorjahr 12,5 Krankenstandstage pro Bedienstetem (2008: 12). Auch der Anteil der Landesbeamten, die mindestens einen Krankenstand zu verzeichnen hatten, hat im Vergleich zum Vorjahr mit 73,1 Prozent zugenommen (2008: 71,6 Prozent). Die durchschnittliche Dauer eines Krankenstandes betrug 6,8 Tage. Insgesamt fielen in der Landesverwaltung im vergangenen Jahr 46.356 Krankheitstage und 6805 Krankenstandsfälle an. Detail am Rande: 1,5 Millionen Euro wurden im Vorjahr an Ruhe- und Versorgungsbezügen an 16 ehemalige Regierungsmitglieder überwiesen, 1,73 Mio. Euro hat das Land an 48 ehemalige Landtagsabgeordnete bzw. deren Hinterbliebene überwiesen.




