29.04.2010

Osttirol

„Haarsträubende Unterstellung“

Lienz – Die Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen der Lienzer Gemeinderatswahlen schlagen hohe Wellen. Demnächst sollen Beamte des Bundesamts für Korruptionsprävention und -bekämpfung (BAK) ermitteln, ob hinter den Vorwürfen von BZÖ-Nationalratsabgeordnetem Gerhard Huber und anderen tatsächlich etwas steckt. „Wenn ein Auftrag der Korruptionsstaatsanwaltschaft kommt, haben wir die Pflicht, dem nachzugehen. Wir arbeiten sehr eng mit der Anwaltschaft zusammen“, erklärt Andreas Wieselthaler, Leiter des BAK in Wien.

„Die Ermittler haben sich meines Wissens für nächste Woche bei uns angesagt“, erklärt Erwin Peintner, zuständiger Beamter in der Lienzer Liebburg. Der erfahrene Mitarbeiter kann über die Vorwürfe der Manipulation nur den Kopf schütteln. „Das war meine 27. Wahl und ich erlebe immer wieder, wie genau alles abläuft. Es ist unvorstellbar, dass da irgendetwas nicht stimmen könnte. Die Unterstellungen sind haarsträubend.“ Deshalb erwartet Peintner den Besuch der Korruptionssheriffs mit Zuversicht. „Sie können noch so lange ermitteln, sie werden nichts finden“, ist er überzeugt.

Wollen die BAK-Mitarbeiter sämtliche Unterlagen zu den Gemeinderatswahlen vom 14. März überprüfen, so müssen sie wohl längere Zeit in Lienz verbringen. „Die Wahlakten und Niederschriften aus allen 14 Sprengeln umfassen zusammen etwa einen halben Kubikmeter Papier. Das wäre ein gewaltiges Paket“, beschreibt Peintner. (co)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 29.04.2010
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