20.06.2010

Innsbruck Land

Gemeindezentrum sorgt für dicke Luft

Opposition und Pädagogen fordern Aufschub des Projekts Gemeindezentrum Grinzens.

Von Isolde Zwerger

Grinzens – 200.000 Euro vom Bund. 700.000 Euro vom Land. Mittel, die es für den Umbau des Gemeindezentrums in Grinzens geben soll. Doch: „Wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt, dann müsste es für die Kinder eine nachhaltige und deutliche Verbesserung geben, auch im Hinblick auf die kommende Nachmittagsbetreuung“, sind sich alle Pädagoginnen und Stefan Krüger von der oppositionellen Gemeinschaftsliste einig. Die Kritiker nahmen am Mittwoch einen Lokalaugenschein im Gebäude vor, in dem sowohl jetzt als auch später Volksschule, Kindergarten und Spielgruppe untergebracht sind.

Die vorliegenden Pläne seien alles andere als optimal, befand man, wie der am Dach geplante Spielplatz. Oder dass die Bewegungsräume empfindlich beschnitten würden.

Der Antrag, einen Architektenwettbewerb zu veranstalten, wurde aber von Anton Buchers Bürgermeisterliste, die mit absoluter Mehrheit agiert, abgelehnt. Die Planung des Projektes „stattdessen an den langjährigen Raumordner der Gemeinde vergeben, und das, obwohl der Bürgermeister im Wahlprogramm verkündet hat, einen neuen Bausachverständigen anzustellen“, ärgert sich Stefan Krüger. Weiters moniert er, dass beim Projekt nur 55 Prozent der Mittel den Kindern, der Rest den Vereinsräumlichkeiten zugeführt würden. Und dass man das Projekt „nach langer Trödelei“ nur deshalb jetzt so schnell durchziehen wolle, um nicht die Förderungen zu verlieren.

Zum Thema Architektenwettbewerb meint Bürgermeister Anton Bucher: „Es hat auch von einem Architektenehepaar mehrere Vorschläge gegeben.“ Der Gemeinderat habe sich aber nun einmal so entschieden. Und weil Grinzens eben nicht über große finanzielle Mittel verfüge, sei das Geld, das ein Architektenwettbewerb koste, besser in den Umbau investiert, glaubt Bucher.

Bei den vorliegenden Plänen handle es sich außerdem um Vorentwürfe. Es sei nur ein Raumkonzept, das vorliege. Erfüllbare Wünsche könnten noch mit eingebunden werden. Damit etwa die Schulkinder genug Bewegungsfreiheit in den Pausen hätten, gebe es noch „die Möglichkeit, mit dem angrenzenden Landwirt zu verhandeln“.

Der Baustart selbst richte sich nach Planung und Ausschreibung, so Bucher. Zu den Förderungen meint der Bürgermeister: „Der erste Teil ist uns für heuer zugesagt worden.“ Sollten sich die Planungen in die Länge ziehen, „muss man schauen, ob man auch die Förderungen aufschieben kann.“ Gemeinschaftsliste und Pädagoginnen fordern jedenfalls ein „Zurück an den Start, denn dann könnten sich endlich alle an einen Tisch setzen“.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 20.06.2010
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