03.09.2010, 13:39  Aktualisiert: 03.03.2011, 16:49 

Kletter-EM

Österreichs Top-Stars auf Gold programmiert

Österreichs Kletter-Elite will die Heim-EM in Innsbruck und Imst zu rot-weiß-roten Festspielen machen.

Innsbruck – In knapp zwei Wochen steigt in Tirol mit den beiden Austragungsorten Innsbruck und Imst die Europameisterschaften im Sportklettern. Österreich geht dabei mit einer 21-köpfigen Mannschaft mit allen seinen Topstars an den Start. Dementsprechend hoch sind auch die Erwartungen, nicht nur bei den Athleten, sondern auch bei den Organisatoren, die auf einen großen Zuschauerboom hoffen.

Rund 300.000 Euro beträgt das Budget für die Durchführung der Titelkämpfe, nicht mitgerechnet der 1,4 Millionen teure neue Kletterturm in Imst. Das neue „Wahrzeichen“ der Stadt im Tiroler Oberland ist 21,5 m hoch und bietet den Kletterern eine Gesamtfläche von 1.312 Quadratmetern, ist bei den Vorstiegbewerben bis zu 14 Metern überhängend. Aber auch die Zahlen für den Boulder-Bewerb am Innsbrucker Marktplatz sind imposant: Um die 300 Quadratmeter Kletterfläche zu ermöglichen, benötigen die Organisatoren 10 Tonnen Stahl und 30 Tonnen Beton.

Erfolgreichste Nation

„Wir wollen bei dieser Heim-EM die erfolgreichste Nation werden, wollen in jedem Bewerb zumindest einen Finalplatz erreichen“, sagte Heiko Wilhelm, der Teamcoach des ÖWK. „Die eine oder andere Medaille sollte auch drinnen sein“. Wobei sich Wilhelm auf die genau Zahl und Farbe der Medaillen nicht festlegen lassen wollte.

Mit genaueren Vorstellungen geht dabei Anna Stöhr, Gesamtweltcup-Zweite im Bouldern, an den Start. „Ich hatte beim letzten Weltcup in München Pech, verlor noch den Gesamtweltcup. Dieses fehlende Glück von München soll bei der EM zurückkommen. Ich will unbedingt Gold holen“, sagte die 26-jährige Tirolerin, die sich auf die Veranstaltung besonders freut: „Das ist für mich eine Extramotivation, wenn alle meine Freunde zuschauen kommen.“

Auch Stöhrs Lebensgefährte Kilian Fischhuber hat sich eine Medaille zum Ziel gesetzt, nachdem auch er im Boulder-Weltcup den zweiten Gesamtplatz erreicht hat. „Ich war im Weltcup zwar mit der Konstanz meiner Leistungen zufrieden, der zweite Platz war aber doch eine Enttäuschung“, sagte der Niederösterreicher am Freitag auf einer Pressekonferenz in Innsbruck, „so gesehen ist diese Heim-EM für mich die zweite Chance, das Sportjahr doch noch erfolgreich abzuschließen.“

Ernst fit, aber mit Schmerzen

Aber auch im Vorstieg, der in Imst ausgetragen wird, zählen die Österreicher zu den großen Favoriten. Mit am Start ist David Lama, der 2008 den Gesamtweltcup und 2006 den EM-Titel im Vorstieg errungen hat, sowie Jakob Schubert, der zuletzt beim Weltcup in China Zweiter wurde und eine Woche vor der Heim-EM noch bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Edinburgh an den Start gehen wird. Bei den Damen zählen Angela Eiter und Johanna Ernst zu den heißesten rot-weiß-roten Medaillenanwärtern.

Wobei Ernst, die als Titelverteidigerin einen fixen Startplatz hat, seit Mai keinen Wettkampf bestritten hat, nachdem sie sich beim Weltcup in Vail eine Knochenabsplitterung im Knöchel zugezogen hat. „Ich bin aber inzwischen wieder total fit, auch wenn ich immer noch Schmerzen habe“, bekannte die 18-jährige Ausnahmekletterin. „Für die EM bin ich total motiviert.“

Bei der Heim-EM werden mit der Ötztalerin Barbara Bacher und dem Salzburger Max Rudigier auch zwei Athleten im Speed-Bewerb, der ansonsten im österreichischen Verband ein Mauerblümchen-Dasein fristet, an den Start gehen. „Nicht so sehr, weil sie Medaillenchancen haben, sondern in Hinblick auf die Kombinationswertung“, erläuterte Teamcoach Wilhelm. Die 15 m hohe Speed-Wand in Imst ist eine offizielle IFSC-Weltrekordwand, auf der Zeiten um die sechs Minuten erwartet werden.

Programm der Kletter-EM in Tirol

Mittwoch, 15. September, Imst: 9 Uhr: Qualifikation Vorstieg. 17 Uhr: Qualifikation Speed. 19 Uhr: Eröffnungsfeier. 20.30 Uhr: Finali Speed.

Donnerstag, 16. September, Innsbruck: 9 Uhr: Qualifikation Bouldern.

Freitag, 17. September, Imst: 11 Uhr: Semifinali Vorstieg. 19 Uhr: Finale Vorstieg Herren. 20.30 Uhr: Finale Vorstieg Damen.

Samstag, 18. September, Innsbruck: 13 Uhr: Semifinali Bouldern. 18.30 Uhr: Finali Bouldern. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Fr, 03.09.2010  13:39
aktualisiert: Do, 03.03.2011  16:49
Vorteilszone
Partyfotos
Gewinnspiele
Parship
radio.at
Unterkunftssuche
Panoramabilder
Panoramabilder
"HEISZE TASTEN"
Panoramablick
AGB Kontakt Impressum