26.01.2010, 11:13  Aktualisiert: 06.02.2010, 08:19 

Doping

Fall Hoffmann: Prominente Zeugen bei NADA-Verhandlung

Walter Mayer, Stefan Matschiner und SoKo-Beamte sind geladen. Hoffmann-Anwalt kritisiert NADA-Vorgehen.

Wien – Am Mittwoch entscheidet sich, ob gegen Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann weitere Sanktionen verhängt werden. Der nach der Suspendierung am Silvestertag zurückgetretene Oberösterreicher muss sich in Wien vor der Rechtskommission der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) verantworten. Der 35-Jährige hat Doping-Vorwürfe, die Zeugen gegenüber den Ermittlungsbehörden bestätigt haben sollen, stets bestritten.

Der Verhandlungstermin könnte zum Aufeinandertreffen zweifelhafter österreichischer „Prominenz“ werden. Hoffmanns Rechtsanwalt Hans-Moritz Pott hat unter anderem dessen Ex-Trainer Walter Mayer und den Sportmanager Stefan Matschiner als Zeugen benannt. Zwei ebenfalls geladene Mediziner der mutmaßlichen „Blutdopinganlaufstelle“ Humanplasma haben ihr Kommen bereits abgesagt, sie verweisen auf ihre Zeugenaussagen gegenüber Steuerbehörden.

Ob Mayer und Matschiner, gegen die die Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Anti-Doping-Gesetz Verfahren eingeleitet hat, erscheinen werden, ist allerdings fraglich. Man kann nicht zu einer Aussage vor der Kommission gezwungen werden. Jedenfalls aussagen dürften zwei Polizeibeamte der Sonderkommission Doping, die gegen Hoffmann, Matschiner und Mayer ermittelt haben.

Pott kritisierte gegenüber der APA - Austria Presse Agentur neuerlich die Vorgehensweise der NADA. „Das ist von Rechtstaatlichkeit weit entfernt. Wir haben keine Akteneinsicht erhalten und vor der Suspendierung wurden unsere Beweisanträge und Einsprüche nicht berücksichtigt“, betonte der Jurist aus Schladming. Der Anwalt lehnt die gesamte Kommission als befangen ab. Pott glaubt nicht, dass es am Mittwoch eine Vertagung geben wird, er erwartet ein schnelles Urteil. „Sie werden das kurz und bündig machen, man braucht ein Opfer“, meinte der Rechtsanwalt.

Hoffmanns Vorwürfe, wonach die NADA ihm durch die Suspendierung die Chance auf die mögliche Olympia-Teilnahme genommen habe, bestritt deren Geschäftsführer Andreas Schwab gegenüber der APA vehement. Hoffmann habe nach der Eröffnung des Verfahrens die Möglichkeit eines verkürzten Verfahrens (Verhandlung innerhalb von acht Tagen nach Einleitung des Verfahrens) nicht ausgenützt.

Die Anti-Doping-Agentur habe Anfang Dezember Akteneinsicht in den Fall bekommen und dann aufgrund der Vorwürfe in den Ermittlungsakten der SoKo binnen einer Woche das Verfahren eröffnet, das sei nachvollziehbar und genauestens belegt. „Das hatte mit Olympia nichts zu tun. Es soll sich in Österreich kein Unschuldiger gezielt verfolgt vorkommen, es wird niemand gezielt verfolgt“, betonte Schwab. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 26.01.2010  11:13
aktualisiert: Sa, 06.02.2010  08:19
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