29.07.2010, 08:52  Aktualisiert: 16.02.2011, 10:25 

Österreich

Tief in roten Zahlen: Asche verbaut Lufthansa Gewinn

Unter dem Strich verbuchte die Lufthansa nach den ersten sechs Monaten einen Verlust von 104 Mio. Euro. Damit konnte sie ihr Minus aus dem ersten Quartal (298 Mio. Euro) bis zur Jahresmitte nur zu rund zwei Dritteln ausgleichen.
Lufthansa ist noch immer tief in den roten Zahlen. Foto: EPA

Frankfurt/Wien – Die deutsche Lufthansa - Mutter der „Austrian“ (AUA) in Österreich - steckt wegen der Aschewolke aus Island auch zur Jahresmitte weiter in den roten Zahlen. Trotzdem zeigte sich der Vorstand von Deutschlands größter Fluggesellschaft optimistisch, den operativen Gewinn im Gesamtjahr wie geplant zu steigern.

Grund sei die Dynamik in der Geschäftsentwicklung. Vor allem auf den Langstrecken und bei der Luftfracht entwickle sich die Nachfrage positiv. Im Gesamtjahr soll der operative Gewinn die 130 Mio. Euro des Krisenjahres 2009 übertreffen.

Unter dem Strich verbuchte die Lufthansa nach den ersten sechs Monaten einen Verlust von 104 Mio. Euro. Damit konnte sie ihr Minus aus dem ersten Quartal (298 Mio. Euro) bis zur Jahresmitte nur zu rund zwei Dritteln ausgleichen.

Die Fluggesellschaft schnitt im Halbjahr aber deutlich besser ab als im ersten Halbjahr 2009, als das Minus 178 Mio. Euro betragen hatte. Der operative Verlust lag nun bei 171 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 8 Mio. Euro ein Jahr zuvor.

Der Umsatz kletterte auch dank der Übernahme der Fluglinien British Midland (BMI) und Austrian Airlines von 10,2 auf 12,6 Mrd. Euro. Während die Gesellschaft bei Erlösen und Nettoergebnis besser abschnitt als von Analysten erwartet, verfehlte sie beim operativen Ergebnis die Prognosen.

Der Lufthansa zufolge spiegelt das Ergebnis des ersten Halbjahrs neben den positiven Nachfragetrends auch die Belastungen aus höheren Treibstoffpreisen und der erstmaligen Einbeziehung von AUA und BMI wider. Beide Gesellschaften hatte die Lufthansa erst im zweiten Halbjahr 2009 übernommen.

Zudem zogen der Pilotenstreik im Februar, der extreme Winter und die Luftraumsperrung nach dem Vulkanausbruch in Island das Ergebnis im laufenden Jahr in den Keller. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hatte die Belastungen durch den Vulkanausbruch bereits früher auf knapp 200 Mio. Euro beziffert, gemessen am operativen Ergebnis.

Im zweiten Quartal hat die Lufthansa AG einen operativen Gewinn von 159 Mio. Euro erzielt, dreimal mehr als im zweiten Quartal des Vorjahres.

Aschewolke, Streiks und die schweren ersten Wochen des Jahres brachten im ersten Halbjahr im Konzern aber insgesamt ein operatives Ergebnis in Höhe von minus 171 Mio. Euro, 179 Mio. Euro weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Passage Airline Gruppe weist für das 2. Quartal zwar einen operativen Gewinn aus, die ersten sechs Monate hatte das Geschäftsfeld jedoch mit einem deutlichen operativen Verlust in Höhe von 342 Mio. Euro beendet, davon entfielen minus 203 Mio. Euro auf die Lufthansa Passage. (APA/dpa-AFX)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 29.07.2010  08:52
aktualisiert: Mi, 16.02.2011  10:25
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