08.09.2010

Innsbruck

Zukunftsstiftung abgespeckt, Rätsel um Zukunftszentrum

Das Land ordnet Zukunftsgesellschaften neu: Zukunftsstiftung vergibt keine Förderungen mehr, AK-Zukunftszentrum verliert die Laufbahnberatung.

Von Peter Nindler

Innsbruck – Rund 20 Millionen Euro hat die Arbeiterkammer seit 2001 in ihr Zukunftszentrum gesteckt, drei Millionen kamen vom Land und rund 600.000 Euro von der Stadt Innsbruck. Eckpfeiler des von Anfang an umstrittenen Zukunftszentrums sind die Kompetenzanalysen und die Laufbahnberatung. Das jährliche Budget betrug zuletzt zwei Millionen Euro.

Jetzt verliert das Zukunftszentrum eine ihrer Hauptaufgaben: Ab 2011 wird nämlich die Arbeitsmarktförderung GmbH die Laufbahnberatung übernehmen. Die Zukunft des AK-Zukunftszentrums steht damit in den Sternen. Von einem Aus will derzeit noch niemand sprechen, zumal AK-Präsident Erwin Zangerl und LH Günther Platter noch über die künftige Positionierung verhandeln. Das Zukunftszentrum wird jedoch nur noch eine Art Ideen- und Entwicklungspool mit einem deutlich geringeren Jahresbudget sein.

Abgespeckt wird auch die 1997 gegründete Tiroler Zukunftsstiftung. Sie erhält vom Land jährlich rund 7,5 Millionen Euro, die sie als Förderungen an Unternehmen vergibt. Das ist jetzt vorbei. „Die Abteilung Wirtschaftsförderung wird in Zukunft die Förderungen vergeben. Für die Zukunftsstiftung braucht es unter geänderten Rahmenbedingungen eine neue Strategie“, beton Wirtschafts-LR Patrizia Zoller-Frischauf. Gestern hat die Landesregierung den Gesetzesentwurf zur Reform der Zukunftsstiftung verabschiedet. Für Zoller-Fris­chauf soll sie sich verstärkt als Dienstleister (Beratung) und Standortvermarkter positionieren.

Die Wirtschaftslandesrätin betont jedoch auch, dass es nicht nur darum geht, ausländische Unternehmen in Tirol anzusiedeln, sondern die Zukunftsstiftung müsse auch eine Standortagentur für heimische Betriebe sein. Daneben gehe es um Beratung und Hilfestellung für Unternehmen, Fördermaßnahmen des Landes, des Bundes und der EU zu konzentrieren. „Für spezielle EU-Programme wird es künftig eigene Leute in der Zukunftsstiftung geben“, kündigt Zoller-Frischauf an, die den Dienstleistungsgedanken klar hervorstreicht. Sie lässt auch keinen Zweifel aufkommen, „dass nach 13 Jahren etwas geschehen musste“.

Der Kritik der Universität Innsbruck, dass im ursprünglichen Gesetzesentwurf die notwendige Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft vernachlässigt wurde, hat das Land Rechnung getragen. „Wir haben diesen Aspekt im Anforderungsprofil für die Zukunftsstiftung jetzt deutlich zum Ausdruck gebracht“, bekräftigt Zoller-Frischauf.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 08.09.2010
BTV - VERANLAGEN MIT STRATEGIE
Vorteilszone
Partyfotos
Gewinnspiele
Parship
radio.at
Unterkunftssuche
Panoramabilder
Panoramabilder
"HEISZE TASTEN"
Panoramablick
AGB Kontakt Impressum