27.08.2010

Osttirol

Kein Zweifel an Aus für Lienz

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Von Catharina Oblasser

Lienz – „Nein, ich bin weder überrascht noch schockiert“, sagt Jakob Schett, Leiter des Tirol-Milch-Standortes Lienz, zur möglichen Schließung der Osttiroler Molkerei (die TT berichtete). „Das war uns schon vorher bewusst, dass es keine Betriebsgarantie für die Zukunft gibt“, meint Schett.

Auch Gewerkschafter Hans Ofner, der bereits an einem Sozialplan für die 26 Lienzer und alle gefährdeten Nordtiroler Beschäftigten arbeitet, hat keine Zweifel: „Wenn man sogar Innsbruck zusperrt, wird man einen logistisch so schwierigen Standort wie Osttirol sicher nicht behalten“, meint er. Das sei besonders bitter, denn erst 2004 habe die damals selbstständige Osttiroler Molkerei mit der Tirol Milch fusioniert: „Unter der Prämisse, dass damit der Standort abgesichert bleibt.“

Zurzeit beliefern rund 600 Osttiroler Bauern die Lienzer Molkerei mit 16,8 Millionen Kilo Milch pro Jahr. Die 26 Mitarbeiter erzeugen daraus Weichkäse und Sennereibutter. Nun müssen sich die Lieferanten wohl einen anderen Abnehmer suchen, glaubt Ofner. „Ich glaube kaum, dass man die Milch über zwei Pässe bis nach Wörgl karrt.“ Die Kärntnermilch wäre eine Option, auch eine Kooperation mit Südtirol wäre denkbar.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 27.08.2010
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