31.07.2010

Eishockey-WM setzt auf AST

Mit einem Zuschauer-Weltrekord in der Fußball-Hochburg Schalke in Gelsenkirchen soll die Eishockey-WM 2010 in Deutschland beginnen. Eine Reuttener Firma macht es möglich.

Von Helmut Mittermayr

Reutte, Gelsenkirchen, München – Genau sechs Tage haben die Techniker der Reuttener Firma AST Zeit, um aus einem Fußball- ein Eishockeystadion zu machen. Am 1. Mai laufen noch die Kicker von Schalke gegen Bremen im Stadion auf. Bereits am 7. Mai eröffnet Deutschland in Gelsenkirchen vor 78.000 Zuschauern die Eishockey-Weltmeisterschaft 2010.

„Wir sind terminlich eingequetscht zwischen Olympia in Vancouver und der Fußball-WM in Südafrika. Da brauchen wir ein besonderes Element, um auf uns aufmerksam zu machen“, erklärt Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes und des WM-Organisationskomitees. Die Schalker Arena, die für Bundesliga-Spiele 61.673 Zuschauer fasst, wird nach einem Umbau mit zusätzlichen Plätzen im Innenraum für ein einziges Eishockey-Match 78.000 Fans aufnehmen.

Das ist Weltrekord. Für die bisherige Bestmarke sorgten laut Welt 74.554 Zuschauer, die im Oktober 2001 die College-Partie zwischen den Uni-Teams von Michigan und Michigan State im Football Stadium von Lansing verfolgten.

Die Eisbahn am Wiener Weihnachtsmarkt ist bereits Routine, ein Fußballstadion in ein Eisstadion zu verwandeln eine Herausforderung, einen Crashed Ice Parcours zu bauen und zu vereisen – da freut sich die Montagetruppe von AST. „Da geht’s mit Steigeisen ins Gefälle, bewaffnet mit Flämmer und Pickel, um noch Korrekturen vorzunehmen, während an einem anderen Abschnitt der Rennstrecke bereits die Werbebanner angebracht werden“, weiß Geschäftsführer Rupert Heitzinger.

Innerhalb von elf Tagen wurde der 386 m lange Eisparcours mit einem Höhenunterschied von 35 Metern in den Olympiapark München gestellt. Gespickt mit Steilkurven, Sprunghügeln einer Haarnadelkurve und einer abenteuerlichen Startrampe, die über 20 Meter in den Himmel ragt.

Die Basis dieser abenteuerlichen Mischung zwischen Bobbahn und Motocrossstrecke aus Eis bildet eine unscheinbare schwarze Gummimatte aus zusammenhängenden Röhrchen. Mit dieser flexiblen AST-Eismatte kann man alle Formen auslegen, sie schmiegt sich dem Untergrund an, macht daher Projekte wie den Eis­parcours des Red Bull Crashed Ice in München möglich. Die Eismatten werden an Sammelrohren zu einem Kreislauf zusammengeschlossen und mit einem umweltfreundlichen Glykol-Wassergemisch gefüllt. Nun kommt die Kältemaschine zum Einsatz und kühlt alles auf minus 10 Grad Celsius ab, eine Pumpe lässt diese eiskalte Mischung durch die Eismatten zirkulieren. Wasser auf den Matten gefriert zu Eis. Mit diesem System wurden in den letzten zehn Jahren über 2600 Projekte in 40 Ländern der Erde realisiert. AST ist auf diesem Gebiet Marktführer in Europa.

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