22.02.2010

Osttirol

Projekt soll Arbeitslosen in den Alltag zurückhelfen

Mit dem Projekt „Umweltwerkstatt“ schafft der Verein „Osttiroler Sozialprojekt für Arbeitssuchende“ zwölf Transitarbeitsplätze für Langzeitarbeitslose.

Von Sabine Kuess

Lienz – Der Verein „Ospa – Osttiroler Sozialprojekt für Arbeitssuchende“ plant ein neues Projekt für Osttirolerinnen und Osttiroler, die bereits als Langzeitarbeitslose gelten. In der „Umweltwerkstatt“ entstehen ab März 16 neue Arbeitsplätze, davon bilden vier Arbeitskräfte das Stammpersonal und zwölf Arbeitslose im Bezirk bekommen einen Transitarbeitsplatz.

„Die Frauen und Männer bekommen ein Dienstverhältnis für ein halbes Jahr, das Projekt wird von Sozialarbeitern betreut, um Vermittlungshemmnisse bei den Personen ohne Arbeit abzubauen“, erklärte Heribert Pichler, Obmann des Vereins Ospa, im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

Der Hauptgrund für das neue Projekt ist, dass die Arbeitsmarktdaten in Osttirol schlecht seien, ergänzte Pichler. Die „Umweltwerkstatt“ arbeitet eng mit einem privaten Anbieter – der Osttiroler Entsorgungsfirma Rossbacher – zusammen. „Die Firma arbeitet vormittags mit ihrem eigenen Personal, am Nachmittag sortieren unsere Arbeiter im Recyclingbereich verschiedene Altstoffe“, erklärte Pichler.

Er betonte weiter: „Natürlich muss man aufpassen, wenn man mit privaten Unternehmen zusammenarbeitet. Es hat gewisse Vorteile für die Entsorgungsfirma. Wir übernehmen den Teil der Abfallsortierung, der bisher ausgelagert wurde.“ Aber das Projekt mache für alle Sinn, ergänzte Pichler im Gespräch. Und die Firma werde dadurch keine Leute einsparen.

Ziel der „Umweltwerkstatt“ ist es, dass die Langzeitarbeitslosen nach dem halben Jahr Tätigkeit wieder eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt haben. Das Stammpersonal ist bereits ausgesucht, die weiteren zwölf Arbeitskräfte werden vom Arbeitsmarktservice Lienz zugewiesen. Demnächst findet ein interner Informationstag statt, die Arbeit soll am 8. März erstmals aufgenommen werden.

Der Verein Ospa hat in Osttirol bereits mit den Projekten „Schindel & Holz“ sowie „Schindel & Holz mobil“ zwei sozialökonomische Betriebe geschaffen und gezeigt, dass das System der Transitarbeitskräfte durchaus Sinn macht. Obmann Pichler sieht auch in der „Umweltwerkstatt“ ein Zukunftspotenzial. „Dieses gemeinnützige Beschäftigungsprojekt wollen wir auch ab Ende des Jahres ausbauen, wir planen Gespräche beispielsweise mit dem Umweltamt“, sagte Pichler abschließend.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 22.02.2010
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